Ein Trassierband der Polizei im Wald (Foto: dpa Bildfunk, Bodo Schackow/ZB/dpa)

600 Menschen mussten Häuser verlassen Bombe bei Sankt Katharinen entschärft

Entschärfung geglückt: In einem Wald in der Nähe von Sankt Katharinen haben Experten des Kampfmittelräumdienstes eine Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht.

Für die Entschärfung hatten am Sonntagmorgen etwa 600 Menschen in einem Umkreis von rund 1,5 Kilometern um den Fundort ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Betroffen war die Gegend rund um Ginsterhahn in der Gemeinde Dattenberg. Die Verbandsgemeinde Linz hatte in einer Sporthalle in Sankt Katharinen eine Notunterkunft eingerichtet.

Sperrgebiet 1,5 Kilometer um den Fundort

Bombenentschärfung in St. Katharinen bei Neuwied (Foto: SWR)
Bombenentschärfung in St. Katharinen bei Neuwied

Von der amerikanischen 20-Zentner-Bombe sei keine akute Gefahr ausgegangen, hatte der Kampfmittelräumdienst vor der Entschärfung mitgeteilt. Ein Bürger, der mit einem Metalldetektor im Wald unterwegs gewesen sei, habe die Sprengbombe vor etwa zwei Wochen entdeckt.

Zehn Prozent der Fliegerbomben nicht explodiert

Experten schätzen, dass im Zweiten Weltkrieg rund ein Zehntel der über Deutschland abgeworfenen Bomben nicht explodiert ist. So vereisten nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz mitunter die Zünder beim Abwurf aus mehreren Tausend Metern Höhe, so dass die Entsicherung nicht funktionierte. Oder die Bomben mit Zündern nur am Kopf und Heck schlugen quer auf.

Um die hochexplosiven Funde unschädlich zu machen, riskieren Kampfmittelräumer ihr Leben. Seit Gründung der Bundesrepublik 1949 sind Dutzende getötet worden. Zu Schwerpunkten der Bombenabwürfe zählten Industriegebiete, Verkehrsknotenpunkte und Zentren der Kämpfe am Boden.

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