Viele verschiedene und bunte Tabletten und Pillen (Foto: dpa Bildfunk, Matthias Hiekel)

Bis zu 200 verschreibungspflichtige Medikamente fehlen Apotheken im Norden von RLP haben Lieferengpässe

Nach Angaben des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz fehlen bis zu 200 verschreibungspflichtige Medikamente in den Apotheken. Darunter sind Medikamente für Herzkranke und Asthmatiker, aber auch Impfstoffe.

Ein Arzt aus dem Raum Koblenz, der Menschen mit Epilepsie behandelt, sagte dem SWR, er sei sehr verärgert. Seine Patienten bräuchten ganz bestimmte Medikamente, die er nicht so einfach durch andere ersetzen möchte. Er hat Sorge, dass die Patienten dann mit Nebenwirkungen zu kämpfen haben könnten.

Wie gefährlich ist die Situation für Patienten?

Nach Angaben des Apothekerverbands gibt zwar im Moment viele Engpässe, aber immer auch eine Alternative zum fehlenden Medikament. Für Ärzte und Apotheker bedeutet das allerdings viel mehr Arbeit. Kann ein Apotheker dem Patienten nicht das verschriebene Medikament geben, muss er mit dem behandelnden Arzt sprechen. Nur der darf entscheiden, ob der Patient auch ein anderes Medikament nehmen darf. Das verunsichert vor allem ältere Patienten, die gewohnt sind, jahrelang dieselben Medikamente zu nehmen.

Wie kommt es zum Medikamenten-Engpass?

Bei Imbuprofen gibt es zum Beispiel Lieferprobleme, weil ein Werk des Herstellers in den USA abgebrannt ist. Der Apothekerverband fordert deshalb, dass wieder mehr Wirkstoffe in Europa hergestellt werden. Dann wären sie schneller verfügbar. Im Momente kommen viele Wirkstoffe vor allem aus Asien.

Auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es eine Datenbank für gemeldete Lieferengpässe bei Medikamenten. Die Meldung durch die Pharma-Unternehmen ist allerdings freiwillig und die Liste dadurch nicht vollständig.

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