AWO Spielstadt - Kinder bauen eine Theaterbühne aus Holz (Foto: SWR)

Koblenzer Ferienprogramm der AWO Hier sollen Kinder Bürgerpflichten spielerisch lernen

Geld verdienen, einkaufen, arbeiten, einen Bürgermeister wählen - all diese Dinge, die sonst nur Erwachsenen vorbehalten sind, können Kinder nun selbst erleben: In "Schängelheim", einer kleinen Spielstadt auf dem Fort Asterstein, in der nur sechs bis 15-Jährige das Sagen haben.

In "Schängelheim" sollen Kinder während der Sommerferien lernen, wie das Leben in einer Stadt funktioniert. Dazu hat der Wohlfahrtsverband AWO auf dem Fort Asterstein in Koblenz eine eigene fiktive Stadt aufgebaut. Sie besteht aus 15 großen schlichten Holzhäusern und mehreren Zelten. Sechs Wochen lang wird sie auf dem Sportplatz aufgebaut bleiben.

Dauer

Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner (SPD) führte am Dienstagnachmittag die erste Schängelheimer Bürgermeisterin in ihr Amt ein. Bis zum Ende der Sommerferien wählen die rund 130 Kinder jede Woche einen neuen Chef für ihre Stadt.

Viele Aufgaben, eigenes Geld

Bei dem Ferienangebot des AWO Kreisverbandes Koblenz sollen die Kinder auf spielerische Art das Leben in einer Gemeinschaft kennenlernen. Institutionen und Geschäfte einer Stadt sollen so lebensnah wie möglich dargestellt werden. In der Tischlerei bauen Kinder in den kommenden Tagen eine Bühne für das Theater, beim Juwelier entstehen Ketten und vor der Gärtnerei topfen die Kinder eifrig Blumen um.

Kinder pflanzen Blumen in der Spielstadt der AWO (Foto: SWR)
Hier in der Schängelheimer-Gärtnerei setzen die jungen Gärtnerinnen Pflanzen in schöne Töpfe. Später sollen die Blumen im Kaufhaus angeboten werden.

Die Kinder arbeiten aber auch in der Post, als Schneider oder in der Bank. Das dort verdiente Geld können sie beispielsweise im Kaufhaus oder im Beauty-Salon wieder ausgeben. Alle Produkte, die die Kinder herstellen, sollen mit der Schängel-Währung ver- und gekauft werden können.

Und wie es sich für rechtschaffende Bürger gehört, zahlt jedes Kind auch Steuern. Bei allem geben die erwachsenen Betreuer nur Tipps, sagt Ideengeber und Organisator Martin Ott: "Hier können Kinder spielerisch komplexe Zusammenhänge verstehen. Die Kinder leben Demokratie und lernen es dadurch ganz automatisch, ohne dass sie es überhaupt merken."

Premiere der Spielstadt in Koblenz

Die Kinderspielstadt bietet die AWO dieses Jahr zum ersten Mal an. Für die ersten beiden Sommerferienwochen haben sich mehr als 130 Kinder angemeldet.

STAND