Uhus sitzen an der Festungsmauer (Foto: Sweco GmbH - Florian Benninghoff)

Bau-Pause bald beendet Uhu-Babys fühlen sich auf Koblenzer Festung wohl

Uhu-Nachwuchs in Koblenz! Die außergewöhnlichen Bewohner der Festung Ehrenbreitstein sorgen zurzeit noch für eine Bau-Pause bei den Sanierungen. Bald sind die Kleinen aber flügge.

Hinter einer alten Holztür führen ein paar Stufen hinab in die Festungsmauer - zur offenen Hangseite - der Blick ins Rheintal und auf Koblenz ist frei. Hier hängt das Bau-Gerüst. Etwas unterhalb davon, auf einem kleinen Felsvorsprung, ist der Brutplatz der Uhus.

Ruhig ist es hier oben, man hört nur das übliche Rauschen der Bundesstraße unten im Tal. Das ist aber das kleinste Problem für die Uhus, sagt Florian Benninghoff, der die Baustelle auf der Festung ökologisch betreut: "Da sind die Uhus relativ tolerant, alles was von unten kommt, das können sie im Blick haben. Die Problematik speziell bei dieser Baustelle ist, dass die Geräusche von oberhalb der Brutnische kommen und das löst bei den Uhus ein Feindmeideverhalten aus."

Seit Januar herrscht Ruhe auf der Festung


Um die seltenen Uhus nicht zu vertreiben, hat Florian Benninghoff vom Büro für ökologische Baubegleitung eine Baupause angeordnet. Seit Mitte Januar dürfen die Arbeiter hier nicht mehr in den Felsen bohren, hämmern oder sich lautstark unterhalten. So konnte es sich das Uhupärchen im Nest gemütlich machen, sagt Benninghoff: "Gerade die Phase, in der das Weibchen die Nestmulde zum Brüten bezieht. Da sind die Tiere hochsensibel. Da könnte wirklich jede Störung dazu führen, dass die Tiere den Felsbereich komplett aufgeben als Brutstelle."

Das ist eine einmalige Geschichte. So ein faszinierendes Tier mal aus der Nähe zu beobachten."

Landschaftsökologe Florian Benninghoff

Uhu-Eltern ziehen Kinder selbst groß

Doch das Uhu-Paar genießt seine Ruhe. Drei kleine Uhus sind nicht nur geschlüpft, sondern wurden auch von ihren Eltern groß gezogen. Eine Seltenheit. Und inzwischen nutzt Landschaftsökologe Benninghoff sogar das Baugerüst für seine Beobachtungen. "Ich habe am Anfang immer nur unten von Ehrenbreitstein aus beobachtet und erst seit März ist uns die gute Sicht in die Brutnische überhaupt bekannt. Das ist eine einmalige Geschichte. So ein faszinierendes Tier mal aus der Nähe zu beobachten."

Erste kurze Testflüge

An diesem Vormittag ist das Nest aber leer, nur ein paar Uhu-Federn liegen darin. Das spreche dafür, dass sie nicht nur laufen können, sagt Benninghoff, sondern dass sie auch schon mit ein paar Flügelschlägen in der Lage seien, kleinere Felsvorsprünge zu erreichen: "Die werden jetzt hier unten irgendwo im Fels hocken, an Stellen, die von uns nicht einzusehen sind."

Das alte Uhu-Paar wird Florian Benninghoff auch später weiter beobachten können. Es lebt schon seit Jahren auf der Festung. Von den Jungtieren aber wird er sich verabschieden müssen. Sie werden sich bald ein eigenes Revier suchen.

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