Bergung der Wggons von den Gleisen (Foto: Andreas Winkler)

Aufräumarbeiten nach Güterzugbrand Rechtsrheinische Bahnstrecke weiterhin gesperrt

Nach dem Brand eines Güterzuges in Unkel ist die Bahnstrecke rechts des Rheins zwischen Koblenz und Köln weiter gesperrt. Reisende müssen sich daher auf Behinderungen einstellen.

Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Samstag in Berlin sagte, werden sämtliche Züge noch immer über die gegenüberliegende Seite des Rheins umgeleitet. Alle, die mit der Bahn reisen, müssen daher weiterhin mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Zwischen dem rheinland-pfälzischen Linz am Rhein und dem Rhöndorfer Bahnhof in Nordrhein-Westfalen pendelten Busse und Taxen. Wie lange die Strecke gesperrt bleibt, war auch am Samstag noch unklar. Die Bahn empfiehlt, sich online über Ausweichverbindungen zu informieren.

Züge werden umgeleitet oder fallen aus

Fernverkehrszüge fahren über die Strecke Köln-Bonn-Remagen; zwischen Koblenz und Köln kommt es weiter zu einzelnen Zugausfällen. Die Bahn informiert über die Ausfälle auf ihrer Internetseite.

Meistbefahrene Güterzugstrecke in Europa

Derzeit laufen die Aufräumarbeiten auf der Strecke. Arbeiter reparieren die betroffenen Gleise und Oberleitungen. Die ausgebrannten Waggons sind inzwischen von den Gleisen gehoben worden. Die rechtsrheinischen Gleise sind der Deutschen Bahn zufolge Teil von Europas meistbefahrener Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam. Da die Güterzüge über die linksrheinische Strecke umgeleitet würden, könne es auf den Gleisen sehr voll werden.

Zugführer bemerkt Brand zunächst nicht

In der Nacht zum Donnerstag hatte ein Waggon des Güterzuges, der aus Richtung Köln unterwegs war, Feuer gefangen - vom Lokführer zunächst unbemerkt. Der Fahrer eines entgegenkommenden Zuges wurde auf den Brand aufmerksam und informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn. Der Zug stoppte daraufhin im Bahnhof in Unkel.

Fotos vom Einsatz und der Unfallstelle Lichterlohe Flammen - Großbrand in Unkel

Ein Großaufgebot der Feuerwehr kämpft gegen die Flammen beim Großbrand eines Gützerzuges bei Unkel im Kreis Neuwied (Foto: picture-alliance / Reportdienste)
Ein Großaufgebot der Feuerwehr kämpft gegen die Flammen Bild in Detailansicht öffnen
Die drei Güterwaggons fingen kurz vor Mitternacht Feuer , sagt die Feuerwehr Bild in Detailansicht öffnen
Der Lokführer bemerkte die Flammen nicht selbst, ein entgegenkommender Zugführer löste den Alarm aus Bild in Detailansicht öffnen
Luftaufnahme des Bahnhofes in Unkel im Kreis Neuwied nach dem Großbrand von Güterwaggons Bild in Detailansicht öffnen
Der Bahnhof in Unkel wurde nach dem Großbrand gesperrt Bild in Detailansicht öffnen
Nach dem Brand von Güterzugwaggons sind Bahnmitarbeiter mit der Bergung und der Reparatur der Strecke beschäftigt Bild in Detailansicht öffnen
Die ausgebrannten Güterwaggons blockieren momentan die rechtsrheinische Bahnstrecke Bild in Detailansicht öffnen
Die Feuerwehr hat die drei brennenden Güterwaggons gelöscht Bild in Detailansicht öffnen
Rund um den Bahnhof in Unkel liegen nach dem Großbrand der Güterwaggons viele explodierte Spraydosen Bild in Detailansicht öffnen
Aufräumen am Tag nach dem Brand in Unkel. Die ausgebrannten Waggons werden geleert und müssen abtransportiert werden. Bild in Detailansicht öffnen

Zug hatte Deo- und Haarspray geladen

Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei lösten heißgelaufene Bremsen das Feuer aus. Die Flammen hatten sich auf drei Waggons ausgebreitet, die mit Hygieneartikeln und Deo- und Haarspraydosen beladen waren. Ein vierter Waggon wurde beschädigt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von 165 Kräften im Einsatz, um den Brand zu löschen. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, immer wieder seien Spraydosen explodiert und durch die Luft geflogen.

In der Parallelstraße wurden Häuser evakuiert

Etwa 60 Menschen, die in der parallel zur Bahnstrecke verlaufenden Straße wohnen, mussten in der Nacht zu Donnerstag aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen. Erst am Morgen konnten sie zurückkehren.

Der Einsatz der Feuerwehr habe insgesamt rund zehn Stunden gedauert, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt.

Das Feuer erinnert an den Brand eines ICE bei Dierdorf in der Nähe von Neuwied Mitte Oktober. Diesen hatte ein technischer Defekt ausgelöst. 510 Passagiere wurden aus dem stehenden Zug gebracht.

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