Bahnlärmgegner mit Plakaten (Foto: SWR)

St. Goar-Oberwesel gegen Deutsche Bahn Klage zielt auf weniger Bahnlärm im Mittelrheintal

Der Verbandsgemeinderat St. Goar-Oberwesel hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, gegen die Deutsche Bahn zu klagen. Die Klage zielt auf den Bahnlärm im Mittelrheintal ab.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass die linksrheinische Bahnstrecke zwischen Mainz und Koblenz bis heute keine gültige Baugenehmigung hat und deshalb als Schwarzbau einzustufen ist.

Strecke im 19. Jahrhundert gebaut

Die Klage fußt darauf, dass die Bahnstrecke in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts gebaut wurde - damals noch für ein paar wenige Dampflokomotiven. Heute, so Anwalt Clemens Antweiler, passierten mehr als 400 Züge täglich das Mittelrheintal, ohne dass spätere Erweiterungsbauten wie etwa die Elektrifizierung der Strecke jemals von Behörden offiziell genehmigt worden seien.

Menschen an Tischen (Foto: SWR)
Einstimmig beschlossen: Die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel wird gegen die Deutsche Bahn klagen.

Ziel der Klage soll sein, dass die Bahn als Betreiber der Strecke gezwungen wird, Lärmschutzwände zu bauen, Güterzüge nicht mehr nachts durchs Tal fahren zu lassen oder ein Tempolimit zu verhängen. Verbandsbürgermeister Thomas Bungert warb dafür, auch den Zweckverband und damit alle Bürgerinitiativen gegen Bahnlärm sowie die Gemeinden an der Klage zu beteiligen. Damit könnten seiner Ansicht nach die Prozesskosten von mehreren zehntausend Euro auf alle verteilt werden.

Wissing zeigt Verständnis für Klage

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) begrüßte die Klage gegen die Bahn. Die Lärmbelastung der Menschen im Mittelrheintal sei unerträglich, sagte er dem SWR. "Deswegen habe ich Verständnis dafür, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um sich zu wehren." Für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sei die Klage ein Grund mehr, sich um eine alternative Gütertrasse zu bemühen.

STAND