Prozessbeginn vor dem Amtsgericht Sinzig Kind ertrunken - Bad Breisiger Kita-Leiterin vor Gericht

Vor dem Amtsgericht Sinzig im Kreis Ahrweiler muss sich die Leiterin einer Kindertagesstätte in Bad Breisig verantworten. Sie soll aus Fahrlässigkeit für den Tod eines kleinen Jungen verantwortlich sein.

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Der drei Jahre alte Junge hatte vor zwei Jahren unbemerkt die Kindertagesstätte in Bad Breisig verlassen. Dann war er auf das Nachbargrundstück gelangt und dort im Gartenteich ertrunken. Die Staatsanwaltschaft wirft der Leiterin der Kita in Bad Breisig vor, durch Fahrlässigkeit den Tod des Kindes verschuldet zu haben.

Türen nicht ausreichend gesichert?

Sie habe nicht dafür gesorgt, dass die Türen der Kindertagesstätte ausreichend gesichert waren, begründet die Staatsanwaltschaft ihren Vorwurf. Nach den Ermittlungen konnte der Dreijährige selbst eine Tür öffnen und so die Kita unbemerkt verlassen.

Kita-Leiterin vor Gericht tief erschüttert

Am ersten Prozesstag sagte die Angeklagte, sie sei bis heute tief erschüttert vom Tod des Dreijährigen. Sie hatte ihn nach der stundenlangen Suche in dem Gartenteich mit entdeckt und versucht, ihn sofort wiederzubeleben. Für sie sei nach wie vor unklar, wie der Junge dorthin gelangen konnte, so die Kita-Leiterin.

Nach ihren Angaben hatten die Türen nach Auskunft der zuständigen Brandschutzbeauftragten der Gemeinde und des Kreises unverschlossen bleiben sollen. Ihres Wissens sei aber bislang nie ein Kind auf diesem Wege aus dem Kindergarten gelangt. Außerdem habe das Personal die Türen und auch den Jungen immer im Auge gehabt.

Türen in Kita inzwischen umgebaut

Das Gericht versucht zweifelsfrei zu klären, auf welchem Weg das Kind den Kindergarten verlassen konnte. Inzwischen hat die Verbandsgemeinde Bad Breisig einige Türen im Kindergarten so umgebaut, dass sie von Kindern nicht mehr selbst geöffnet werden können.

Amtsgericht hatte Verhandlung zunächst abgelehnt

Das Amtsgericht Sinzig hatte zunächst einen Prozess gegen die Kita-Leiterin abgelehnt. Der zuständige Amtsrichter ging nach einer Prüfung davon aus, dass es gegen sie keinen "hinreichenden" Tatverdacht gebe. Das ist eine Voraussetzung für einen Gerichtsprozess. Daraufhin hatten sowohl die Staatsanwaltschaft Koblenz als auch die Eltern des ertrunkenen Kindes Beschwerde eingelegt.

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