Unzählige Autos in einer Schlange (Foto: picture-alliance / dpa)

Auffahrten auf die Südbrücke und die B327 Droht ab Februar der tägliche Riesen-Stau in Koblenz?

Im Februar beginnen in Koblenz umfangreiche Brückenbauarbeiten, dann drohen Pendlern aus dem Hunsrück und dem Westerwald lange Staus. Die Stadt hat keine kurzfristige Lösung gegen das drohende Chaos.

Autofahrer werden in Koblenz in Zukunft vermutlich starke Nerven brauchen. Ab 2019 wird es für sie ganz bitter in der Stadt, sagt Bernd Cornely, der Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Koblenz. Er rechnet damit, dass es in den kommenden zehn Jahren ständig Groß-Baustellen geben wird.

"Das wird eine echte Herausforderung für die Koblenzer und die vielen Pendler."

Bernd Cornely, Landesbetrieb Mobilität in Koblenz

Los geht es im Februar an der Südbrücke. Dort werden für Sanierungsarbeiten die Auffahrten von und nach Koblenz vier Monate lang komplett gesperrt. Diese Arbeiten sollen bis zum Jahr 2021 dauern.

Bis dahin muss der Landesbetrieb Mobilität immer wieder einzelne Fahrbahnen zwischen dem Oberwerth und der Karthause hoch zur Hunsrückhöhenstraße in Koblenz sperren. Der Verkehr könne dabei auch nicht umgeleitet werden, heißt es vom LBM, weil es sonst in der Innenstadt zum Verkehrskollaps kommen könnte. Bei einer Pressekonferenz am 18. Oktober wurde über Details der Sanierungsarbeiten informiert.

Dauer

An diesen Arbeiten komme man in Koblenz nicht vorbei, sagen die Planer vom LBM. Die Brücken über dem Oberwerth wurden vor gut 45 Jahren gebaut und sind inzwischen marode. Allerdings könne man mit der Sanierung auch nicht mehr länger warten. Dafür stellt der Bund mehr als 20 Millionen Euro bereit.

Noch mehr Groß-Baustellen

Die Südtangente wird aber nicht die einzige Groß-Baustelle in Koblenz bleiben. Auch die Pfaffendorfer Brücke wird in absehbarer Zeit komplett neu gebaut, vermutlich nach der Südbrücke. Auf Nachfrage des SWR sagte der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner (SPD) die Stadt könne praktisch nur Umleitungsschilder aufstellen, um in den nächsten Jahren lange Staus in der Stadt zu verhindern.

Dauer

David Langner hatte sich vor seinem Amtsantritt im Mai auf die Fahnen geschrieben, die Verkehrssituation in Koblenz zu verbessern. Er will nach eigenen Angaben erreichen, dass es in der Stadt mehr Radwege gibt, dass die Busse öfter fahren und die Tickets preiswerter werden. Und dass insgesamt weniger Autos in die Stadt fahren. Doch das alles lässt sich nicht so schnell umsetzen, dass es die in Koblenz drohenden Staus verhindern oder abmildern könnte. Auf einer speziellen Seite im Internet können sich Pendler über Park & Ride-Möglichkeiten und Fahrgemeinschaften informieren.

Keine Abstimmung zwischen Stadt und Verkehrsplaner

Um dazu zu erreichen, hätten sich Vertreter der Stadt schon zwei, drei Jahre vor Beginn der Sanierungsarbeiten an der Südtangente mit den Planern des Landesbetriebs Mobilität zusammensetzen müssen - um zu klären, wie ab Februar der Verkehr geleitet werden soll, um lange Staus zu verhindern. Eine solche langfristige Vorplanung hat es nach Angaben der Stadt aber nicht gegeben. Kurzfristig kann daran auch der neue Oberbürgermeister nichts mehr ändern.

Einzelhändler fürchten Umsatzeinbußen

Die Einzelhändler in der Stadt fürchten nach Angaben ihres Verbandes, dass Kunden nicht mehr so häufig zum Einkaufen nach Koblenz kommenn werden. Christoph Krepele, der Geschäfführer der Koblenzer Stadtmarketing GmbH sagte dem SWR, die Geschäftsleute verstünden zwar, dass die Sanierung der Brückenpfeiler auf dem Oberwerth nötig sei. Aber sie fürchteten langfristig Umsatzeinbußen, wenn in Koblenz auch danach Baustelle auf Baustelle folge.

Verkehrssituation soll langfristig besser werden

Auf Dauer soll sich die Verkehrslage in Koblenz aber deutlich verbessern. Die Stadt krempelt gerade ihren öffentlichen Nahverkehr um. Dazu fallen am Freitag die letzten Entscheidungen im Stadtrat. Die Ticketpreise für die Busse sollen ab 2020 etwa um ein Drittel sinken. Die Hoffnung ist, dass dann mehr Bürger und Pendler sie nutzen. Dazu will die Stadt selbst die Verkehrsbetriebe des Energieversorgers evm in Koblenz kaufen. Sobald sie Eigentümerin ist, kann sie verhindern, dass die Vergabe der neuen Nahverkehrskonzession europaweit ausgeschrieben werden muss und kann selbst entscheiden, wie der Nahverkehr in Koblenz künftig aussehen soll.

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