Anwohner Gerd Kraus zeigt die Rosse in seinem Einfamilienhaus (Foto: SWR)

Anwohner in Kasbach klagen über Schäden Risse in Häusern: Sind Sprengungen im Steinbruch Naak schuld?

Anwohner in Kasbach im Kreis Neuwied beschweren sich über Risse in ihren Hausfassaden. Sie machen Sprengungen im benachbarten Steinbruch Naak dafür verantwortlich.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Das Einfamilienhaus von Gerd Kraus steht nur wenige Meter vom Steinbruch entfernt. Als er das Haus in der Bahnhofstraße in Kasbach-Ohlenberg 1999 gekauft habe, seien noch keine Risse da gewesen. Seit etwa fünf Jahren sei das anders: "Von der unteren Sohle des Hauses bis zum Dach ziehen sich die einzelnen Risse", sagt Kraus.

Er und auch seine Nachbarn vermuten, dass die Sprengungen benachbarten Steinbruchs die Ursache für die Risse sind - beweisen können sie es aber nicht. Seit einigen Monaten seien die Detonationen aber deutlicher zu spüren, sagt Kraus.

Erschütterungen wie ein kleines Erdbeben

Zuletzt, sagen die Anwohner, habe es am 13. August eine Sprengung gegeben. Ein Knall sei dabei nicht zu hören, aber die Erschütterung sei zu spüren, wie bei einem kleinen Erdbeben, sagt Gerd Bode: "Das Erste, was dann passiert, der Hund springt einen halben Meter hoch. Der merkt das viel schneller als wir."

Risse im Haus von Gerd Kraus in Kasbach

Anwohner Gerd Kraus zeigt die Rosse in seinem Einfamilienhaus (Foto: SWR)
Anwohner Gerd Kraus zeigt die Risse in seinem Einfamilienhaus in Oberkasbach - das Haus steht nur wenige Meter vom Steinbruch Naak entfernt. Bild in Detailansicht öffnen
Die Risse ziehen sich von der Sohle des Hauses bis unters Dach. In den vergangenen Jahren wurden sie immer größer. Bild in Detailansicht öffnen
Gerd Kraus hat Angst, dass irgendwann eine große Lücke in seiner Hauswand klafft, denn die Risse ziehen sich schon jetzt über die komplette Außenwand. Bild in Detailansicht öffnen
Er könne nicht beweisen, dass die Risse in seinem Haus mit den Sprengungen im Steinbruch zusammenhängen, sagt Kraus. Es sei aber sehr wahrscheinlich. Bild in Detailansicht öffnen

Auch Ortsbürgermeister Frank Becker (FWG) sagt, dass es immer mehr Beschwerden von Anwohnern gebe. Die Erschütterungen seien so stark, dass das Geschirr in den Schränken wackele. Die Schäden könne man deutlich sehen.

Unternehmen soll besser mitteilen, wann gesprengt wird

Die Kasbach-Ohlenberger wissen nie, wann gesprengt wird. Manchmal dreimal pro Woche, manchmal nur einmal im Monat, sagen sie. Viele wünschen sich vom Abbauunternehmen, der Rheinischen Provinzial Basalt- und Lavawerke, genauer über den Zeitpunkt der Sprengungen informiert zu werden. Dazu haben sie jetzt Unterschriften gesammelt und an die Basaltwerke geschickt.

Dauer

Messungen im erlaubten Bereich

Das Unternehmen will sich momentan nicht im Interview zu den Erschütterungen und den Sprengungen äußern. In einer schriftlichen Mitteilung auf SWR-Anfrage heißt es, die Zahl der Sprengungen sei nicht angestiegen. Messgeräte würden jede Erschütterung erfassen. Alle Ergebnisse lägen bislang im genehmigten Bereich.

Am 28. August soll es einen Informationsabend für alle Beteiligten geben. Gerd Kraus und die anderen Anwohner hoffen, dass es dann zu einer Lösung kommt, damit die Schäden an den Häusern nicht noch größer werden.

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