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CDU-Landeschefin Julia Klöckner begrüßt den Kompromissvorschlag ihrer Partei für eine stärkere Beteiligung von Frauen. Doch nicht alle Parteikollegen teilen ihre Meinung.

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Der Kompromiss sieht für Vorstandswahlen ab der Kreisebene ab dem 1. Januar 2021 eine Frauenquote von 30 Prozent vor. Diese soll anschließend schrittweise ansteigen und ab 2025 bei 50 Prozent liegen. Die Regelung soll für Gruppenwahlen von Vorständen etwa für stellvertretende Vorsitzende und Beisitzer gelten, aber nicht für Einzelwahlen etwa von Vorsitzenden oder Schatzmeistern auf Bundesebene. Von der Frauenquote soll abgewichen werden können, wenn nicht genügend Bewerberinnen kandidieren.

Klöckner: "Ist mir ein persönliches Anliegen"

CDU-Bundesvize Klöckner sagte, sie begrüße den jetzt gefundenen Kompromiss: "Die Förderung von Frauen in der Politik ist mir ein persönliches Anliegen, und auch wir als CDU Rheinland-Pfalz arbeiten schon längst intensiv daran."

Dabei gehe es nicht darum, Frauen und Männer gegeneinander auszuspielen oder hervorragende Männer zu ersetzen, so Klöckner. "Wenn Frauen in unserem Land mehr als die Hälfte ausmachen, dann ist es verwunderlich und nicht gut, wenn sie nur zu einem Bruchteil in der Politik zu finden sind", sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin.

Haumann: Gremien sollen nach Leistung besetzt werden

Anderer Meinung ist Parteikollege Gereon Haumann. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Rheinland-Pfalz lehnt eine 50-prozentige Frauenquote ab. Dem SWR sagte er, besser sei es, die Gremien allein nach Leistung zu besetzen.

Gegen die Quote spreche auch die Mitgliederstruktur. "Wir haben in der CDU wesentlich weniger Frauen in der Mitgliedschaft als Männer, und insofern kann die Quote 50 Prozent schon gar nicht funktionieren, weil wir damit ganz klar die Männer benachteiligen würden", so Haumann.

Zustimmung für CDU-Landeschefin Klöckner gibt es von der Vorsitzenden der Frauen-Union in Rheinland-Pfalz: Die Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich aus Mainz bezeichnet die Quote als „längst überfällig“. Sie sei eine „Brücke zur Parität“. Wie Klöckner will Groden-Kranich beim bevorstehenden Bundesparteitag der CDU für die Quote werben.

Dem SWR sagte Groden-Kranich: "Ich finde es wirklich gut, dass endlich ein Vorschlag auf dem Tisch liegt, über den man auch streiten kann. Und dafür ist ein Parteitag da, dass wir um der Sache Willen streiten. Aber ich bin grundsätzlich optimistisch, dass wir das gemeinsam hinbekommen."

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