STAND
AUTOR/IN

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) tritt in einer Koch-Show auf, die die Supermarktkette "Kaufland" sponsert. Ihr Ministerium will davon nichts gewusst haben. Dazu ein Kommentar von Evelyn Seibert aus dem ARD-Hauptstadtstudio in Berlin.

Es gibt ja die Volksweisheit: "Wenn ein Kind an eine heiße Herdplatte fasst und sich die Finger verbrennt, dann passt es beim nächsten Mal besser auf." Bei unserer Landwirtschaftsministerin scheint diese Lernkurve nicht so furchtbar steil zu sein.

Der Kommentar von Berlin-Korrespondentin Evi Seibert im Video:

Erst letztes Jahr gab es böse Schlagzeilen, weil Julia Klöckner sich fröhlich in einem Video mit dem Nestlé-Boss präsentierte und die Firma lobte.  Der Vorwurf der Schleichwerbung wurde dann zwar zurückgenommen, aber die Negativ-PR beschäftigte das Landwirtschaftsministerium wochenlang.

Klug wäre also, analog der Herdplatte, jetzt Videos der Ministerin vorher abzuchecken, ob da nicht wieder Fettnäpfchen lauern. Also zum Beispiel: Ist es klug, in diesen Corona-Zeiten öffentlich so eng zusammenzustehen mit Fernsehkoch Lafer, und das auch noch ohne Maske? Oder: Ist es schlau, im Video Billighackfleisch der niedersten Tierhaltungsstufe zu verwenden, wenn man als Ministerin immer darauf hinweist, auf das Tierwohl zu achten? Und vor allem: Besteht für Julia Klöckner wieder irgendwo die Gefahr der Schleichwerbung?

Nun lacht sich die Netz-Gemeinde kaputt über das Foto mit Starkoch Lafer und Ministerin Klöckner, unter der Überschrift: "Präsentiert von Kaufland". Dass das Ministerium jetzt sagt: 'Davon haben wir nichts gewusst', setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Wenn die Ministerin selbst schon kein so gutes Gespür für Fettnäpfchen hat- dann muss halt ihr Ministerium besonders penibel bei der Vorbereitung sein. Also quasi für Julia einen Kinderschutz vor der Herdplatte einrichten.

CDU-Landeschefin bei gesponserter TV-Sendung Kritik an Klöckners Kochshow-Auftritt

Der Auftritt von Bundesagrarministerin Julia Klöckner in einer TV-Kochshow hat Empörung ausgelöst. Kritiker werfen ihr Product Placement und mangelndes Engagement für den Tierschutz vor.  mehr...

STAND
AUTOR/IN