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Die Kitas in Rheinland-Pfalz sollen ab August wieder den Regelbetrieb aufnehmen - so will es das Bildungsministerium. Voraussetzung ist, dass die Corona-Infektionen auf niedrigem Niveau bleiben.

Das Bildungsministerium hat gemeinsam mit den kommunalen und sonstigen Trägern von Kitas, Elternvertretern und Gewerkschaften die neuen Leitlinien und den Hygieneplan für die regulären Kita-Öffnungen erarbeitet. Von Gewerkschaftsseite gibt es bereits Kritik an den Regelungen. Hier alle wichtigen Fakten im Überblick.

Ziel ist nach Angaben des Bildungsministeriums, dass die Kitas ab dem 1. August oder nach den Sommerschließzeiten der jeweiligen Einrichtung den Regelbetrieb wieder aufnehmen - vorausgesetzt, das Infektionsgeschehen bleibe, wie es aktuell ist. Es wird aber bereits angemerkt, dass sich die Lage durch den Reiseverkehr in den Sommerferien möglicherweise ändern könnte.

Das Ministerium weist explizit darauf hin, dass die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen weiterhin gelten. Erwachsene sollten weiterhin Körperkontakt wie Umarmungen und Händeschütteln vermeiden sowie einen Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten. Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei für Kita-Personal geboten, vor allem in geschlossenen Räumen. Mindestens vier Mal am Tag sollten Stoßlüftungen von 15 Minuten vorgenommen werden. Zudem werden Aufenthalte im Freien angeregt.

Was ändert sich ab August?

Mit Aufnahme des Kita-Regelbetriebs entfällt die Festlegung auf "geschlossene Betreuungssettings" und feste Gruppen. Es wird davon ausgegangen, dass grundsätzlich alle Kinder und Beschäftigten einer Kita miteinander in Kontakt kommen. Alle pädagogischen Konzepte könnten nun wieder umgesetzt werden. Eingewöhnungen finden demnach in gewohnter Weise statt, diese sind aber bereits seit Juni im eingeschränkten Regelbetrieb möglich.

Was bedeutet das für das Personal?

Das Ministerium sieht angesichts der momentanen Infektionslage keinen Grund für Einschränkungen beim Personaleinsatz. Eine Einstufung in Risikogruppen nach den Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts (RKI) werde es nicht geben. Auf besondere Gefährdungen von Beschäftigten müsse zwar Rücksicht genommen werden, hier sei aber der Arbeitgeber in der Pflicht. Einsatzmöglichkeiten könnten beispielsweise gemeinsam mit dem zuständigen Betriebsarzt besprochen werden. Falls Beschäftigte nicht im Einrichtungsbetrieb eingesetzt werden könnten, so benötigten sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Die während des eingeschränkten Kita-Betriebs eingearbeiteten Hilfs- und Vertretungskräfte sollten laut Ministerium bei Personalausfall weiterhin eingesetzt werden. Dies biete auch Spielraum, dass die eventuell verschobenen Urlaubszeiten der Mitarbeitenden vorrangig nachgeholt werden könnten. Kann der Urlaub nicht nachgeholt werden, sollen die Einrichtungen von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Urlaubstage auf das nächste Jahr zu übertragen.

In Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz startet der eingeschränkte Regelbetrieb - Symbolbild.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Viel mit den Kindern draußen sein - auch das wird den Kita-Beschäftigten empfohlen Picture Alliance

Was passiert, wenn es Corona-Infektionen gibt?

Corona-Tests für die Kita-Beschäftigten sind laut Ministerium nicht vorgesehen. Die aktuellen Infektionszahlen seien so niedrig , dass eine flächendeckende Testung keine Erkenntnisse bringe. Bis zu 4.000 zufällige Testungen seien notwendig, um eine infizierte Person zu finden. Deshalb konzentriere sich das Land auf anlassbezogene Tests.

Sollte es einen oder mehrere Infektionsfälle geben, würde das Stufenkonzept der Teststrategie des Landes greifen. Diese konzentriere sich auf den Schutz vor Infizierten. Ab dem ersten Infektionsfall werde das zuständige Gesundheitsamt deshalb Tests sowie Quarantäne anordnen. Dann sollten auch alle Möglichkeiten genutzt werden, um die Infektionsketten nachzuverfolgen.

Bei Krankheitsanzeichen wird empfohlen, zu Hause zu bleiben oder die Einrichtung umgehend zu verlassen. Kita-Leitungen seien befugt, Kinder mit Symptomen zu isolieren und von den Eltern abholen zu lassen.

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