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Die Kirchen in Rheinland-Pfalz zeigen sich überrascht von der Bitte von Bund und Ländern, an den Ostertagen Gottesdienste nur virtuell abzuhalten. Sie kündigten Verhandlungen an.

Es sei mit keiner Silbe zuvor kommuniziert worden, dass das überhaupt zur Debatte stehe bei den neuen Corona-Maßnahmen, sagte die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst.

"Ostern ist das wichtigste Fest für uns, Gottesdienste sind kein Beiwerk", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, am Dienstag auf Twitter. Von den Beschlüssen des Corona-Gipfels seien die Bischöfe "überrascht" worden.

#Bischof Bätzing: Wir sind überrascht worden. Ostern ist das wichtigste Fest für uns, Gottesdienste sind kein Beiwerk. Zu Weihnachten haben wir gezeigt, wie wir mit Vorsicht Messe feiern können. Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten. Wir werden es in die Gespräche einbringen.

Gespräche in den Bistümern Trier und Mainz

Überraschung herrschte auch im Bistum Trier. "Diese Nachricht kommt äußerst überraschend recht kurz vor Beginn der heiligen Woche und in einer Situation, in der die Gottesdienste geplant und die Termine bereits veröffentlicht sind", teilte die Diözese mit. Welche Auswirkungen die Bitte des Bund-Länder-Treffens auf das Bistum Trier habe, könne man erst nach klärenden Gesprächen sagen. Auch das Bistum Mainz verwies auf die noch laufende Koordinierung. Frühestens am Mittwochnachmittag werde es konkrete Hinweise an die Gemeinden geben.

Bitte um virtuelle Gottesdienste

Bund und Länder hatten in der Nacht zum Dienstag einen harten Lockdown von Gründonnerstag bis Ostermontag beschlossen. Zu Gottesdiensten heißt es in dem Beschluss: "Bund und Länder werden auf die Religionsgemeinschaften zugehen mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen."

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Evangelische Kirche will erst beraten

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erklärte, man werde sich in den angekündigten Gesprächen "zunächst genau erläutern lassen, warum die bewährten Hygieneschutz-Maßnahmen, die alle Landeskirchen für ihre Gottesdienste haben, nun nicht mehr ausreichen sollen". Anschließend werde man beraten, "wie wir mit der Bitte umgehen".

Wichtigstes Fest der Christen

An Ostern feiern Christen ihr ältestes und wichtigstes Fest: die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach dem Tod am Kreuz. Im vergangenen Jahr hatte der Vatikan katholische Bischöfe und Priester wegen der Pandemie bereits angehalten, die Gottesdienste ohne Anwesenheit von Gläubigen zu feiern. Es gab viele Live-Übertragungen, digitale Feiern und Anregungen zu Hausgottesdiensten.

Auch in diesem Jahr planen die meisten Gemeinden schon mit (bislang zusätzlichen) digitalen Formaten oder Gottesdiensten im Freien.

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