Eine Frau zieht einen Corona-Selbsttest aus der Verpackung. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Guido Kirchner)

Diese Ausnahmen gelten

Keine kostenlosen Schnelltests mehr in Rheinland-Pfalz

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Carolin Keil

Seit dem 11. Oktober ist das kostenlose Schnelltest-Angebot in den Bundesländern beendet, darauf hatten sich Bund und Länder im August geeinigt. Doch es gibt auch in Rheinland-Pfalz Ausnahmen.

Bis zum Stichtag, dem 11. Oktober, wurde jedem Erwachsenen ein Impfangebot gemacht, so die Begründung der Bund-Länder-Runde. Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse ab dann für seine Antigen-Schnelltests selber aufkommen. Ausnahmen gibt es für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Für Schwangere und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gibt es eine Übergangsregelung bis Jahresende.

Wo kann man sich noch testen lassen?

"Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Teststellen reduzieren wird und vermutlich insbesondere größere Anbieter, die eine Vielzahl an Teststellen im Land betreiben, den Betrieb einstellen werden", so Detlef Placzek, Koordinator der Teststellen in Rheinland-Pfalz.

In Trier hatten zum Stichtag hin beispielsweise sieben Testzentren des Dienstleisters NMM Solution geschlossen. Offensichtlich haben manche Teststellen den Betrieb bereits eingestellt, ohne sich ordnungsgemäß im Portal abzumelden.

Vom Landesamt für Soziales heißt es, man habe alle Teststellen aufgerufen, aktuelle Informationen zu liefern, damit alle Bürgerinnen und Bürger die noch geöffneten Teststellen unkompliziert finden können. Eine Übersicht der Teststellen in Rheinland-Pfalz gibt es hier.

Einige Testzentren, wie das der Adler-Apotheke in Mainz, bieten ab dem 11. Oktober nur noch Schnelltests für die Personengruppen an, die sich noch kostenlos testen lassen dürfen. Schnelltests gegen Bezahlung werden sie nicht durchführen. Als Test-Nachweis zugelassen sind auch weiterhin Selbsttests, die unter Aufsicht durchgeführt werden müssen.

Was kosten Schnelltests?

Wer nicht zur Gruppe der Personen gehört, die sich auch nach dem 11. Oktober kostenlos testen lassen können, muss für Antigen-Schnelltests selber bezahlen. Einen einzelnen Selbsttest, der ebenfalls als Nachweis gilt, wenn er unter Aufsicht durchgeführt wird, bekommt man in Drogerien und Supermärkten inzwischen ab 80 Cent.

Für die Schnelltests in Testzentren hat der Bund bisher drei Euro pro Test, plus acht Euro für die Test-Durchführung erstattet. Weder das Land Rheinland-Pfalz noch der Bund werden Preise für kostenpflichtige Schnelltests vorgeben. Die Höhe der Kosten legen die Teststellen individuell fest. Bei der Drive-In-Teststelle der Johanniter in Trier kostet ein Antigen-Schnelltest beispielsweise zwölf Euro.

Meinungen aus RLP und BW Ende der kostenlosen Schnelltests: So reagiert das Netz

Corona-Schnelltests sind nicht mehr für alle kostenlos. In den sozialen Medien wird das heiß diskutiert – mit unterschiedlichen Meinungen.

Wer kann sich weiterhin kostenlos testen lassen? Und wie weise ich das nach?

Folgende Personengruppen können sich weiterhin mindestens einmal pro Woche kostenlos testen lassen:

Anspruch auf kostenlose Tests und Nachweise
  • Kinder unter 12 Jahren oder wenn ihr 12. Geburtstag zum Zeitpunkt des Tests weniger als drei Monate her ist
  • Nachweis: Altersnachweis durch einen gültigen Ausweis
Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos testen lassen, weil die eindeutige Impfempfehlung der Stiko erst im August kam und den betroffenen Personen genug Zeit gelassen werden soll, sich über das Impfangebot zu informieren.
  • Nachweis: Altersnachweis durch einen gültigen Ausweis
  • Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können
  • Nachweis: Ärztliches Zeugnis. Die genaue Diagnose muss darin nicht enthalten sein. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung wird vorraussichtlich eine ärztliche Bescheinigung zum Ausfüllen zur Verfügung stellen.
  • Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, in Quarantäne mussten und am Ende der Quarantänephase einen negativen Test vorlegen müssen
Nachweis: Ärztliche Bescheinigung
  • Menschen, die an einer klinischen Studie zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor dem Test an solchen Studien teilgenommen haben
  • Nachweis: Bescheinigung über Studien-Teilnahme
  • Schwangere können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos testen lassen, weil die eindeutige Impfempfehlung der Stiko erst im September kam und den betroffenen Personen genug Zeit gelassen werden soll, sich über das Impfangebot zu informieren.
  • Nachweis: Mutterpass gilt als Nachweis
  • Studierende aus dem Ausland, die in Deutschland studieren und mit einem in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoff geimpft wurden, können sich auch bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos testen lassen.
Nachweis: Impfausweis und aktuelle Studienbescheinigung
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