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Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz hat entgegen seiner ursprünglichen Planung beschlossen, am kommenden Montag nicht mit dem Wechselunterricht an Grundschulen zu beginnen. Die Entscheidung sei nach dem Auftreten von Mutationen des Coronavirus getroffen worden.

Das Bildungsministerium habe am Donnerstag alle Schulen sowie Eltern und Lehrer schriftlich darüber informiert, dass der Beginn des Wechselunterrichts zurückgestellt werde, teilte das Ministerium mit. "Ich bedaure sehr, dass wir am Montag nicht, wie geplant, mit dem Wechselunterricht an den Grundschulen starten können", erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Virusvarianten im Nachbarland Baden-Württemberg

Die Entscheidung sei nach Beratungen mit den Experten der Universitätsmedizin Mainz getroffen worden, nachdem bekannt geworden war, dass in Baden-Württemberg zahlreiche neue Fälle von Virusmutationen aufgetreten sind. Hubig sagte, sie habe stets betont, dass der Übergang zum Wechselunterricht unter dem Vorbehalt stehen muss, dass die Infektionslage dies zulässt.

Da die Art und die Bedeutung dieser Virusvarianten im Moment nicht bekannt seien, hätten die Experten zunächst zur Vorsicht bei weiteren Öffnungen geraten, so Hubig. Sie hätten empfohlen, die Situation neu zu bewerten, sobald generell belastbare Informationen vorliegen.

Stefanie Hubig (Foto: SWR, SWR)
Stefanie Hubig SWR

Auch habe sie mit der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) telefoniert, sagte Hubig. Die Landesregierung in Stuttgart hat am Mittwoch auf eine landesweite Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen verzichtet, nachdem in einer Freiburger Kita mutierte Viren festgestellt worden waren. Die Entscheidung zur Einführung des Wechselunterrichts wurde zunächst verschoben. Es gebe kein Datum, wie lange es nun auch an den Grundschulen weiterhin Fernunterricht geben solle, sagte die Ministerin. Es gebe aber weiterin eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern zu Hause keine Betreuung sicherstellen könnten.

Gerhard Bold, VBE-Landesvorsitzender Rheinland Pfalz (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Arnold (picture-alliance/dpa))
Gerhard Bold, VBE-Landesvorsitzender Rheinland Pfalz Andreas Arnold (picture-alliance/dpa)

Lehrerverband VBE begrüßt Entscheidung

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), in dem vor allem Lehrkräfte an Grundschulen vertreten sind, begrüßte die Entscheidung. "Vehemente Verbandsarbeit zahlt sich aus", erklärte der Landesvorsitzende Gerhard Bold. Die Gefährlichkeit der Virus-Mutationen dürfe nicht unterschätzt werden. Deren Verbreitung an Schulen und Kitas müsse wenn immer möglich verhindert werden. "Hier muss präventiv gehandelt werden und weiterhin auf den Fernunterricht gesetzt werden."

Eine Grundschulleiterin in Mainz sagte am Donnerstagmorgen - kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung - Wechselunterricht löse in der Schulgemeinschaft gemischte Gefühle und Sorgen aus. Auch bei halbierten Grundschulklassen würden dann doch Menschen aus 13 verschiedenen Haushalten in einem Raum zusammentreffen.

Grundschüler wären im Wechsel unterrichtet worden

Die Landesregierung hatte in Änderung der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen, ab kommender Woche für die ersten vier Klassen einen Wechselunterricht mit Lernen daheim und in der Schule zu praktizieren. Die Präsenzpflicht sollte weiter ausgesetzt bleiben. Der Bund-und-Länder-Beschluss hatte eigentlich vorgesehen, dass sämtliche Schulen bis 14. Februar geschlossen bleiben.

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