Narren und Närrinnen steht zu gern im Regen - wenn er aus Konfetti ist, so auch hier in Mainz am Schillerplatz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Helau und Alaaf in Rheinland-Pfalz

Bunt, fröhlich, 2G: So ist RLP in die fünfte Jahreszeit gestartet

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Rein ins Kostüm, raus auf die Straße: Darauf haben die Narren und Jecken in Rheinland-Pfalz lange gewartet. Der Start in Karneval und Fastnacht war ausgelassen. Außer Konfetti lag aber auch Kritik in der Luft.

Nach der corona-bedingten Fastnachtspause war es endlich wieder so weit: Die Narren und Jecken im Land sind in die fünfte Jahreszeit gestartet - fröhlich und bunt, aber auch mit anderen Regeln als sonst.

Mainz: Viel Trubel auf dem Schillerplatz mit 2G

In der Narrenhochburg Mainz wurde pünktlich um 11:11 Uhr das Närrische Grundgesetz verlesen. Auf dem Schillerplatz herrschte Narren-Hochbetrieb - 7.500 Tickets wurden verkauft. Zum Vergleich: Vor der Corona-Pandemie kamen bis zu 11.000 Personen auf den zentralen Innenstadtplatz am Fastnachtsbrunnen. Zutritt hatten diesmal nur geimpfte und genesene Personen nach der 2G-Regel. So wie Isabelle.

Sie verbringe den 11. November seit sie denken könne im Trubel am Schillerplatz. "Ich fühle mich durch die 2G-Regelung sicher", sagt sie und: "Die Pause im letzten Jahr war hart."

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) reimte traditionell einige Sätze mit Blick auf die fröhlichen Narren vor der Bühne. Er fand positive Worte für das Comeback der feierlichen Fastnacht: "Die Lebensfreude kehrt zurück. Es kommen wieder bunte Tage." Die meisten Masken am Donnerstagvormittag auf dem Schillerplatz dienten der Verkleidung - ohne medizinischen Zweck. Auch an geringe Abstände war nicht zu denken. Fast als wäre alles so wie immer gewesen.

Helau! Die ersten Gardisten grüßten schon früh morgens vom Schillerplatz. (Foto: SWR, Daniel Brusch)
Helau! Die ersten Gardisten grüßten schon früh morgens vom Schillerplatz. Daniel Brusch Bild in Detailansicht öffnen
Dick eingepackt ließen sich diese Närrinnen den ersten Schoppen schmecken. Daniel Brusch Bild in Detailansicht öffnen
Einlasskontrollen auf dem Mainzer Schillerplatz. Hier galt die 2G-Regel. Daniel Brusch Bild in Detailansicht öffnen
Mitfeiern durfte nur, wer entweder geimpft oder genesen war und sich im Vorfeld ein Ticket gekauft hatte. Daniel Brusch Bild in Detailansicht öffnen
Endlich konnten die Fastnachtskostüme wieder aus dem Schrank geholt werden. Daniel Brusch Bild in Detailansicht öffnen
Etwa 7.500 Närrinnen und Narren feierten zusammen Fastnacht auf dem Schillerplatz in Mainz. Bild in Detailansicht öffnen

Ganz so war es aber nicht. Denn Zutritt hatte nur, wer eine personalisierte Eintrittskarte gekauft hatte. Außerdem war das Gelände rund um den Schillerplatz eingezäunt, an insgesamt vier Eingängen wurde der Zutritt durch Sicherheitspersonal kontrolliert - so wie an anderen Orten in Rheinland-Pfalz auch.

Im Netz allerdings regte sich auch Kritik an den Veranstaltungen zur Fastnacht. Die Corona-Zahlen schießen jüngst bundesweit nach oben und auch in Rheinland-Pfalz spitzt sich die Lage zu.

User befürchten nach den Feiern weiter explodierende Zahlen. Manche haben den Eindruck, dass die feiernden Narren die Situation in den Kliniken ausblenden und keinen Gedanken an Ärzte und Pfleger verschwenden.

Die Polizei in Mainz zog schließlich am Abend eine positive Bilanz und sprach von einer insgesamt friedlichen und ausgelassenen Stimmung. Bis zum späten Abend hätten die eingesetzten Kräfte nur selten einschreiten müssen. Bis 22:30 Uhr stellten die Beamten lediglich sieben Straftaten fest, darunter drei wegen Körperverletzung, zwei wegen Beleidigungen von von Einsatzkräften und eine aufgrund sexueller Belästigung.

Koblenz: Karneval-Kultbands auf dem Münzplatz

Auch in Koblenz wurde wieder fröhlich gefeiert, aber auch hier galt die 2G-Regel. Unter dem Motto "Live und in Farbe - mir sain widder do" feierten die Jecken und Narren wie es Tradition ist auf dem Münzplatz in Koblenz zusammen mit dem Prinzenpaar. Nicht alle Feierfreudigen schafften es pünktlich auf den Platz für den Auftakt zum Karneval. Die Kontrollen führten dazu, dass auch eine Stunde nach Start der Veranstaltung manche Narren und Närrinen noch nicht in die Feierzone vorgedrungen waren.

Statt der ursprünglich vorgesehenen 6.000 wurden letztlich nur 4.500 durchgelassen. Nur durch genaue Kontrollen konnten die Veranstalter nach eigenen Angaben sicherstellen, dass wirklich alle Gäste entweder geimpft oder genesen sind. Auf der Bühne standen unter anderem die Karneval-Kultbands "Die Höhner" und die "Paveier". Das Ordnungsamt will nach eigenen Angaben verstärkt kontrollieren, ob die Corona-Maßnahmen in den Gastronomiebetrieben eingehalten werden.

Narren feiern im Kostüm den Karnevalsauftakt in Koblenz (Foto: SWR)
Närrinnen schunkeln nach einem Jahr Pause in die neue Karnevalssession in Koblenz. Bild in Detailansicht öffnen
Die Kölner Kultband "Höhner" spielt in Koblenz zum Karnevalsauftakt auf der Bühne. Bild in Detailansicht öffnen
Jecke feiern im Superhelden Kostüm mit fast 5.000 anderen Narren. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Gruppe in Bienenkostümen genießt zusammen den Auftakt auf dem Münzplatz. Bild in Detailansicht öffnen
Viele Narren feiern auch auf der Münzstraße in die neue Session. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Gruppe junger Narren feiert auf der Münzstraße in Koblenz. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Gruppe junger Jecken tanzt und schunkelt zusammen auf dem Münzplatz in Koblenz. Bild in Detailansicht öffnen
Zwei Närrinnen schunkeln unter der 2G-Regel in die neue Karnevalssession. Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Münzplatz feiern viele Jecken in kreativen Kostümen. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Gruppe von Frauen genießt die Stimmung in Koblenz. Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Münzplatz feiern zahlreiche Jecken in den unterschiedlichsten Kostümen. Bild in Detailansicht öffnen

Trier: Traditioneller Auftakt auf dem Kornmarkt mit 2G

Auch in Trier fanden die Feierlichkeiten auf dem Kornmarkt unter der 2G-Regel statt. Nur Geimpfte oder Genesene waren auf dem Gelände unterwegs. Der Kornmarkt wurde abgesperrt, es gab Einlasskontrollen. Auch die Kontaktnachverfolgung sei sichergestellt, hieß es vorab.

Für Livemusik sorgten unter anderem die "Leiendecker Bloas". Viele andere Karnevalsvereine in der Region Trier feiern den Start in die Saison erst am Wochenende.

Kaiserslautern: Kanonengedonner zum Sessionsbeginn

Der Auftakt in der Westpfalz fand vor dem Vereinsheim an der Kalause in Kaiserslautern statt. Auf dem Veranstaltungsgelände gilt 2G+. Wie in jedem Jahr wurde zu Sessionsbeginn die Kanone "Dicke Berta" abgefeuert.

Zum Fastnachtsauftakt in Kaiserslautern gab die "Dicke Bertha" den traditionellen Kanonendonner ab (Foto: SWR)
Nach der corona-bedingten Pause war die "Dicke Bertha" pünktlich zur STelle, um in Kaiserslautern mit lautem Knall die Fastnacht einzuläuten
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