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Zweite Schwimmbad-Saison während Corona

Läuft's jetzt besser in den Freibädern der Westpfalz?

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Die meisten Freibäder in der Westpfalz sind seit knapp zwei Monaten in ihrer zweiten Saison mit Corona. Läuft es nun besser als bei der ersten?

Die meisten Schwimmbäder in der Westpfalz haben seit Anfang Juni geöffnet. Eine Umfrage des SWR bei einigen Trägern zeigt: die meisten sind bisher zufrieden – trotz Corona-Krise und häufig schlechtem Wetter. In das Warmfreibad in Enkenbach-Alsenborn kamen zum Beispiel seit der Eröffnung am 6. Juni mehr als 14.000 Menschen. „Wir sind mit der Besucherzahl unter den gegebenen Umständen zufrieden“, sagt Stefan Müller von den Gemeindewerken Enkenbach-Alsenborn.

Im vergangenen Jahr kamen in der gesamten Bade-Saison, die allerdings erst im Juli begann, etwa 15.000 Gäste. Doch vergleicht Stefan Müller die Zahlen mit denen aus 2019 und damit der Zeit vor Corona, wird der Unterschied deutlich. Etwa 63.500 Bade-Gäste waren über die gesamte Saison gekommen. Finanziell spüren das die Bäder in der Westpfalz. Aber, da sind sich die meisten einig: „Ein Schwimmbad ist immer ein Gewinn. Bäder erfüllen sehr wichtige Funktionen, sei es als Erholungsort, Spielwiese für Kinder, Möglichkeit um schwimmen zu lernen, Gesundheitsförderung für Jung und Alt, Ort der Kommunikation oder Trainingsort für Schwimm-Vereine“, betont Stefan Müller.

Bürger sehnen sich nach "Corona-Durststrecke" nach Schwimmbad

Auch in Kaiserslautern ist man laut Stadtsprecher Matthias Thomas „gemessen an den Wetterverhältnissen und den Zugangsbegrenzungen“ zufrieden mit den Besucherzahlen in Waschmühle und Warmfreibad. Seit der Eröffnung am 2. Juni seien etwa 26.500 Menschen gekommen. Allerdings ist man weit von den Zahlen aus 2019 entfernt, als fast 60.000 Besucher in die beiden Lautrer Freibäder gekommen waren.

Das Warmfreibad in Kaiserslautern: So voll wie hier, ist es während der Corona-Pandemie nicht. (Foto: SWR)
Das Warmfreibad in Kaiserslautern: So voll wie hier, ist es während der Corona-Pandemie nicht.

Die Stadtwerke Pirmasens, die das PLUB betreiben sowie die beiden Verbandsgemeinden Winnweiler und Bruchmühlbach-Miesau sind ebenfalls erleichtert, dass trotz Corona-Auflagen, Besucher-Begrenzungen und dem häufig schlechten Wetter viele Menschen den Weg ins Freibad gefunden haben. Aber selbst, wenn deutlich weniger Besucher gekommen wären, sagt Erich Emich, Verbandsbürgermeister von Bruchmühlbach-Miesau, lohne es sich immer das Bad zu öffnen, „weil die Bürger nach der langen Corona-Durststrecke immer noch auf der Suche nach Erholung und Normalität sind“.

Hygiene-Regeln haben sich etabliert

Trotzdem ist ein kommunal betriebenes Schwimmbad nie ein Gewinn-Faktor – das waren die Bäder schon vor Corona nicht. „Der exakte Fehlbetrag des Freibadbetriebes kann aufgrund laufender Ausgaben noch nicht bestimmt werden. Festzuhalten bleibt allerdings, dass wir auf jedem Fall deutlich besser abschließen werden als letztes Jahr, weil in dieser Saison keine Corona-Aufsichtskräfte mehr eingesetzt werden“, so Verbandsbürgermeister Emich, der sich über bislang knapp 22.500 Freibad-Besucher freut – immerhin fast 3.000 mehr als vor einem Jahr.

Was Emich auch freut: Die Hygiene-Auflagen werden von den meisten Besuchern eingehalten. In seinem Schwimmbad würden sie sogar mehr Regeln einhalten als das Hygienekonzept eigentlich vorsieht. Zum Beispiel war geregelt, wie die Menschen im Schwimmbad in Bruchmühlbach-Miesau zu laufen haben, um sich nicht zu nah zu kommen. Diese Regelung gibt es zwar offiziell nicht mehr, die Gäste halten sich aber trotzdem noch dran.

Corona-Regeln nicht so streng wie im vergangenen Jahr

Auch die Betreiber der Schwimmbäder in Wolfstein, Homberg, Pirmasens, Rodenbach und Winnweiler zeigen sich zufrieden mit der bisherigen Freibad-Saison. Auch dass die Corona-Regeln im Vergleich zum Vorjahr etwas gelockert wurden, kommt vielen Betreibern in dieser Saison sehr gelegen – so wie in Winnweiler, wie Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob berichtet: „Die ersten Tage hatten wir noch eine Maskenpflicht außerhalb des Wassers. Die konnten wir aber nach wenigen Tagen insoweit zurücknehmen, dass jetzt nur noch im Eingangsbereich, am Kiosk, den Umkleiden und in den Sanitäranlagen Maskenpflicht besteht. Das hat dazu geführt, dass sich die Arbeit im Bad ‚normalisiert‘ hat.“

Jacob freut sich, dass das Bad in Winnweiler nach zwei Jahren Grundsanierung in diesem Jahr öffnen konnte. 16.100 Menschen seien seit Anfang Juni bislang gekommen. „Damit sind wir sehr zufrieden. Man muss auch bedenken, dass wir wegen der Deckelung der Besucherzahl auf gleichzeitig maximal 550 Gäste zwischenzeitlich keine Karten mehr verkauft haben und dass wir erst seit zwei Wochen Tagestickets anbieten.“

Trotz Hitze bleibt es in Schwimmbädern ruhig

Trotzdem, so bestätigen es die meisten Schwimmbad-Betreiber in der Westpfalz, sei das Schwimmbad-Erlebnis sowohl für Badegäste als auch für die Mitarbeiter ein deutlich Anderes als vor Corona. „Selbst an den wenigen 30-Grad-Kampftagen bleibt es eher ruhig in den Bädern“, sagt Heiko Lehnhardt, Betriebsleiter des Azurs in Ramstein, der im Vergleich zu den meisten anderen Betreibern unzufrieden ist. Auch die Verbandsgemeinde Landstuhl ist laut Bürgermeister Peter Degenhardt nur „mäßig zufrieden“, was die Besucherzahlen des Naturerlebnisbades Landstuhl und des Warmfreibads Trippstadt angeht. In beiden Bädern kamen im Juni und Juli 2019 fast dreimal so viele Freibad-Gäste wie in den beiden Monaten dieses Jahres.

Auch wenn die Besucherzahlen in den westpfälzischen Freibädern deutlich geringer sind als vor Corona, sollen die Bäder noch eine Zeit lang offenbleiben. Die meisten Betreiber wollen ihr Bad – je nach Wetter – erst Anfang oder Mitte September schließen.

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