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Immer mehr Kommunen wollen Schottergärten aus dem Stadtbild verbannen - weil sie der Umwelt schaden. In Zweibrücken gibt es ein Projekt, das solche Steinwüsten in blühende Landschaften verwandelt.

Ein Schottergarten ist eine versiegelte Fläche - mit allen Nachteilen. Wasser fließt nur schlecht in den Boden, die Fläche heizt sich auf, Insekten finden keine Nahrung. Und dadurch wird auch das Überleben anderer Tiere wie zum Beispiel von Vögeln immer schwieriger.

Miriam Richter aus Zweibrücken hatte einen solchen Vorgarten. Die 41-Jährige war vor zwei Jahren mit ihrer Familie nach Zweibrücken gezogen und hatte den Schottergarten vom ehemaligen Besitzer des Hauses übernommen. "Es war Kies, der war auch nicht mehr so richtig schön", erzählt sie.

Schottergarten (Foto: privat)
So sah der Garten der Richters aus, als sie in das Haus in Zweibrücken einzogen. privat

Begrünung mit einem landesweiten Umweltprojekt

Jetzt ist der Vorgarten dafür umso schöner. Stauden, Kräuter in einer Spirale, blühende Blumen, jede Menge Obststräucher und Gemüse wachsen jetzt dort, wo vor kurzen noch eine Steinwüste war.

Der Garten von Miriam Richter und ihrer Familie ist der erste in Zweibrücken, der mit Hilfe der Stadt im Rahmen eines landesweiten Umweltprojekts begrünt wurde. Wer seinen Garten umbauen möchte, meldet sich bei der Stadt - diese organisiert dann Hilfe. Federführend für die Umsetzung in Zweibrücken ist Stadtplanerin Barbara Kirsch-Hanisch. "Gerade im Zeichen des Klimawandels ist das eine ganz tolle Aktion."

Grünflächen wichtig für Stadtklima

Steingärten würden dazu beitragen, dass sich die Flächen immer mehr aufheizten, erklärt Barbara Kirsch-Hanisch. Dadurch vergrößere sich die Hitze in der Stadt. Daher sei es wichtig, dass es wieder mehr Grünflächen gebe. "Jeder einzelne kann etwas dafür tun, dass es schön kühl und schattig bleibt im Sommer", sagt die Stadtplanerin.

Schottergarten (Foto: SWR)
Mit Hilfer vieler Freiwilliger wurde aus dem Schottergarten ein naturnahes Kleinod.

Neuer Garten lockt sofort Tiere an

Zu Miriam Richter und ihrer Familie kamen viele Helfer und machten innerhalb eines Tages aus einer kargen Schotterwüste eine blühende Oase. Jeder brachte Pflanzen aus dem eigenen Garten mit, zum Beispiel selbst gezogene Ableger oder Stauden. Der Rest wurde in der Gärtnerei gekauft. So wachsen neben Minze und Lavendel jetzt auch Zucchini, Brombeeren und Holunder. Und kaum war der Garten angelegt, tauchten auch schon die ersten Bienen, Schmetterlinge und Eidechsen auf.

Schottergarten (Foto: SWR)
Die Familie von Miriam Richter aus Zweibrücken ist froh darüber, dass ihr Vorgarten naturnah umgestaltet wurde.

Die Zweibrücker Stadtplanerin Barbara Kirsch-Hanisch hofft, dass sich noch viele Menschen melden, die ihren alten Schottergarten loswerden und dafür lieber eine blühende und insektenfreundliche Umgebung haben wollen. Mit Hilfe vieler Freiwilliger soll Zweibrücken auf diese Weise Stück für Stück grüner werden.

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