Elke Hilgert hat den Verein Zukunft zusammen e.V. gemeinsam mit ihrem Mann 2016 gegründet.  (Foto: SWR)

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"Zukunft zusammen" e.V. aus Zweibrücken kümmert sich um Geflüchtete

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Nadine Lindacher
Bild von Nadine Lindacher, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)

Der Zweibücker Verein "Zukunft zusammen" hilft geflüchteten Menschen, egal aus welcher Region der Welt sie stammen. Er hilft dabei in allen Lebenslagen, auch bei der Integration in die Gesellschaft.

Elke Hilgert hat den Verein 2016 zusammen mit ihrem Mann gegründet. Seitdem hilft sie geflüchteten Menschen in Zweibrücken anzukommen und Fuß zu fassen. Im Verein sind zudem rund 60 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagiert.

Idee kam während der Flüchtlingswelle 2015

Schon 2015 hatte Elke Hilgert bei der Tafel ausgeholfen und dort bereits viele Geflüchtete kennengelernt, wie sie erzählt. Aber: Sie wollte noch mehr für die Menschen tun, ihnen eine ganzheitliche Betreuung anbieten. So entstand vor rund sechs Jahren dann der Verein "Zukunft zusammen" in Zweibrücken. Das Vereinsangebot wurde dabei mit der Zeit immer umfangreicher, berichtet Hilgert.

Haus in Zweibrücken als Anlaufstelle gekauft

Mit ihrem Mann Manfred hat Elke Hilgert ein Haus in der Zweibrücker Innenstadt gekauft, um es für die Bedürfnisse des Vereins zu nutzen. Das Erdgeschoss beispielsweise hat ein großes Schaufenster zur Straße hin. Hier werden Sachspenden ausgestellt, die sich geflüchtete Menschen kostenlos mitnehmen können. Der Verein kümmert sich unter anderem darum, den Flüchtlingen eine erste Ausstattung zu bieten. Ein paar Tassen und Teller, ein Bett, ein Schrank oder auch ein Tisch, zählt Hilgert auf. Die Gegenstände seien allesamt gespendet worden.

Angebot geht weiter über Sachspenden hinaus

Das Vereinsangebot umfasst aber noch sehr viel mehr als Sachspenden: Man begleitet die Menschen hier für viele Jahre. Wer Hilfe braucht, wird zum Beispiel bei der Suche nach einer Wohnung, Kindergartenplätzen, Sprachkursen oder auch beim Ausfüllen von Formularen unterstützt. Dem Verein ist darüber hinaus aber auch wichtig, das gesellschaftliche Leben der Geflüchteten zu fördern. Damit sie eben die Chance auf Integration hätten und nicht immer nur Kontakt innerhalb ihrer eigenen Familien.

"Wir haben Yoga für Frauen angeboten, wir kochen gemeinsam, wir feiern zusammen - Grillabende, Weihnachtsfeste."

Im Verein sind viele Freundschaften entstanden

Jeden Mittwoch ist in der Maxstraße in der Zweibrücker Innenstadt offenes Haus. Wer will, kann vorbeikommen. Deutsche und Geflüchtete treffen sich hier zum Kaffee trinken und tauschen sich gegenseitig aus. Außerdem gibt es genügen Raum, um Deutsch zu lernen. Die Vereinsmitglieder haben wiederum die Möglichkeit, ihrerseits neue Sprachen zu lernen oder ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Und das werde auch gerne genutzt, erzählt Elke Hilgert.

Aber auch bei Geburten oder Beerdigungen hilft der Zweibrücker Verein. Das Besondere: Viele der Geflüchteten, die damals Hilfe von ihm bekommen haben, sind heute selbst ehrenamtliche Mitarbeiter.

"Wir haben viele enge Freundschaften geknüpft inzwischen. Jeder, der möchte, ist bei uns herzlich willkommen. Wir machen keine Unterschiede."

Verein ist wie eine zweite Familie

Dass sich in Zweibrücken so viele verschiedene Nationalitäten und Kulturen treffen, bereichere alle Lebensbereiche, sagt Elke Hilgert. Das Wissen und das Verständnis füreinander werde auf diese Weise gefördert und letztlich könnten alle voneinander lernen. Auch Asiye Sheko aus Syrien kommt nach eigenen Angaben gerne in den Verein. Hier finde sie immer jemanden, der zuhöre, helfe und Zeit mit ihr verbringe. Denn viele Freunde in Zweibrücken hat die junge Syrerin noch nicht gefunden, obwohl sie sich das wünscht. Der Verein sei nun so etwas wie eine zweite Familie, erklärt sie.

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