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Die Sanierung der Zellertalbahn im Donnersbergkreis soll rund acht Millionen Euro kosten. Zu viel - kritisiert der Landesrechnungshof und fordert eine Überarbeitung der Pläne.

Laut dem neuen Bericht des Landesrechnungshofes seien verschiedene Kosten, die das Projekt verursachen könnte, nicht einkalkuliert worden. Außerdem sei die vom Betreiber eingereichte Nutzen-Kosten-Untersuchung zum Teil deutlich zu optimistisch. Selbst im günstigsten Fall werde der Betrieb der Bahnstrecke nicht die laufenden Kosten decken können.

Die Zellertalbahn führt von Langmeil im Donnersbergkreis nach Monsheim in Rheinhessen - sie ist rund 28 Kilometer lang. Wegen maroder Gleisanlagen wurde der Verkehr des Ausflugszüge bereits 2017 eingestellt. Geplant ist sowohl eine Reaktivierung der Strecke für Ausflugszüge als auch ein Ausbau für den Güterverkehr - langfristig könnten dort sogar wieder Personenzüge fahren.

Kritik an zu optimistischen Annahmen

Der Präsident des Landsrechnungshofes, Jörg Berres, sagte, unter anderem sei für einen Großteil der Strecke nicht geklärt, ob dort überhaupt Güterverkehr fahren könne. Auch den geplanten Ausflugsverkehr kritisiert Berres: "Auch bei den ambitioniertesten Annahmen wären die Plätze der Züge nur zu 30 Prozent besetzt." Weil der Donnersbergkreis ohnehin hoch verschuldet sei, berge das Vorhaben nach Meinung des Rechnungshofes enorme wirtschaftliche Risiken.

Land und Donnersbergkreis weisen Kritik zurück

Das Mainzer Wirtschaftsministerium hält die Reaktivierung der Zellertalbahn weiterhin für sinnvoll - man wolle an den Plänen festhalten. Der Landrat des Donnersbergkreises, Rainer Guth (parteilos), kann die Kritik des Landesrechnungshofes ebenfalls nicht nachvollziehen. Er sieht das Projekt langfristig vor allem als eine Möglichkeit, den Personennahverkehr auszubauen und Impulse im ländlichen Raum zu setzen. Für ihn sei die Reaktivierung dieser Strecke „alternativlos“, sagte Guth.

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