Winzerin Christine Bernhard steht lachend inmitten ihrer Weinreben (Foto: SWR)

Weinlese im Donnersbergkreis

Homöopathie und Sonne für Zellertaler Reben

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Endlich wieder Sonne! Die Winzer im Donnersbergkreis freut's, denn dort steht die Lese an. Die Trauben können bis dahin jeden einzelnen Sonnenstrahl gut gebrauchen.

Sommer und Sonnenschein? So sah das Wetter in der letzten Zeit selten aus. Umso mehr freut sich Winzerin Christine Bernhard aus dem Zellertal über das sonnige Wetter am Wochenende. Der Dauerregen war auf dem Weingut Janson Bernhard in Harxheim im Donnersbergkreis nicht so gern gesehen. "Die Zeit war voll mit großer Anspannung", erzählt Christine Bernhard. Denn durch die Nässe hatten es Pilze und Mehltau leichter, die Trauben zu befallen.  

Klotz Trauben hängt an einem Rebstock (Foto: SWR)
Die Trauben des Weinguts Janson Bernhard im Zellertal werden von Hand gelesen.

30 Prozent Ernteausfall wegen eines Pilzes

Am meisten hat der Betrieb mit dem Pilz "Peronospora viticola" zu kämpfen, besser bekannt unter dem Namen "falscher Mehltau". Er lässt die Trauben schrumpeln; sie werden braun und sterben ab. Christine Bernhard schätzt, dass der falsche Mehltau etwa ein Drittel des Ertrags in den Weinbergen zerstören wird – an manchen Stellen sogar noch mehr.  

Sonne gut für Traubenreife im Zellertal

Trotzdem freut sich die Winzerin auf die anstehende Lese, denn das warme Wetter sorgt für höhere Oechslegrade: "Die Trauben gehen jetzt an die Innenreife, deshalb ist jeder sonnige Tag hilfreich". In den kommenden Tagen steht deswegen auch noch viel Laubarbeit an.  

"Wir werden die Trauben noch mehr in die Sonne hängen, dass sie Bäckchen bekommen und rosig werden und dann auf jeden Fall eine gute Reife haben."  

Zahlreiche Reihen mit Weinreben neben einer Straße im Zellertal  (Foto: SWR)
Im Zellertal wird seit Jahrhunderten Wein angebaut.

Trauben werden mit Baldrian und Bergkristall geschützt

Sollte wieder Regen fallen, greift der Biobetrieb beispielsweise zu Präparaten aus gemahlenem Bergkristall. Um die Reben zu wärmen, werden die Trauben mit Baldrian- und Brennnesseltee gegossen. "Wir benutzen sozusagen Homöopathie für den Weinberg", lacht die Winzerin.

Insgesamt ist Christine Bernhard positiv gestimmt: "Die Natur bewegt sich nun mal in Rhythmen." Deshalb sei es nicht in jedem Jahr möglich, den optimalen Ertrag zu erreichen.   

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