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Weihnachten wird gefeiert, aber anders als bisher! Wegen Corona muss auch Pfarrer Carsten Leinhäuser in Winnweiler umdenken - und er hat schon viele Ideen!

Noch wenige Wochen bis Weihnachten, aber schon jetzt ist klar: Es wird nirgendwo in der Westpfalz eine Christmette in einer restlos besetzten Kirche geben. Die Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Winnweiler überlegt schon länger, wie sie stattdessen Weihnachten feiern will. Gar nicht so einfach...

Herr Pfarrer Leinhäuser, wie geht's Ihnen in der aktuellen Situation?

"Mir geht's eigentlich ganz gut im Moment, aber ich bin etwas genervt von der ganzen Corona-Geschichte, weil das sehr viel Mehrarbeit und Kreativität braucht. Aber es macht auch Spaß! Man muss jetzt gucken: Was geht? Was geht nicht?"

Wie weit sind die Planungen für die Advents- und Weihnachtszeit?

"Im Moment fahren wir tatsächlich mehrgleisig, weil ganz klar ist: Weihnachten wird dieses Jahr nicht so sein, wie wir es kennen. Am Heiligabend selbst wird's eine Aktion unseres Jugendverbandes "Junge Kirche" geben: Er lädt ein, an unsere Kirche zu kommen, da wird im Freien ein Krippenweg gestaltet.

Luftbild der Kirche Heilig Kreuz in Winnweiler  (Foto: Fotograf: Sergej Falk)
Die Gemeinde Heilig Kreuz in Winnweiler feiert dieses Jahr eine Premiere: einen ökumenischen Gottesdienst an Weihnachten. Fotograf: Sergej Falk

Dann planen wir gerade eine ökumenische Weihnachtsfeier, die auf dem Schlossplatz in Winnweiler stattfinden soll - das ist das erste Mal, dass es sowas überhaupt gibt an Weihnachten!

Außerdem möchten wir eine Christmette im Freien in Börrstadt feiern: Da ist die Idee, dass wir das Friedenslicht aus Bethlehem, das jedes Jahr von den Pfadfinderinnen und Pfadfindern zu uns gebracht wird, in alle unsere Gemeinden aussenden.

Schließlich werden unsere Gemeinden ihre Kirchen öffnen und die Menschen einladen, vorbei zu kommen und sich ein kleines Weihnachtspaket abzuholen, in dem Überraschungen drin sind. Das nennen wir "Weihnachten to go".

Pfarrer Carsten Leinhäuser, Winnweiler

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Sind die Menschen in Ihrer Gemeinde eher traurig, dass Weihnachten dieses Jahr anders wird? Oder ist da auch Neugierde, etwas Neues zu probieren?

"Das kann ich ganz schwer einschätzen... Es gibt Menschen, die dem Traditionellen sehr verhaftet sind, die werden die Christmette in der Kirche am Heiligabend vermissen - auch ich werde das ein Stück weit vermissen. Ich denke, es gibt aber auch genügend Menschen, die Verständnis haben, dass die Kirche nicht das anbieten kann, was sie sonst anbietet und die neugierig sind, was es stattdessen gibt!

Was ich ganz spannend finde, ist: Dadurch, dass wir Weihnachten im Freien feiern müssen, wird uns das näher an das ran führen, was an Weihnachten selbst geschehen ist: Da war ein junges Ehepaar, hochschwanger und obdachlos im Freien unterwegs und im Dunkel ist Gott Mensch geworden. Ich glaube, dieses Jahr haben wir die Chance, das anders zu erleben als bisher. Es wird natürlich viele Menschen geben, die sagen: Das ist blöd! Ich hätte lieber, dass wir Weihnachten feiern wie immer."

"Dieses Jahr kann Weihnachten nur gelingen, wenn wir sagen: Wir machen aus der Situation das Beste!"

Pfarrer Carsten Leinhäuser, Winnweiler

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