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In diesem Jahr gibt es offenbar weniger gefährliche Eichenprozessionsspinner in der Westpfalz. Das ergab eine Umfrage des SWR bei den Kommunalverwaltungen. Wahrscheinlich ist der kalte und regnerische Frühling dafür verantwortlich.

Eichenprozessionsspinner im Tierheim (Foto: SWR)
So sieht ein Nest des Eichenprozessionsspinners aus.

In Kaiserslautern werden rund 1.800 Bäume mit einem Biozid behandelt - viele davon prophylaktisch, damit sich erst gar keine Raupen einnisten. In Kirchheimbolanden geht man weiter klassisch vor - die Nester des Eichenprozessionesspinners werden abgesaugt oder abgeflammt. In den vergangenen Jahren wurden dort nach und nach Eichen an relevanten Punkten wie Schwimmbädern oder Sportplätzen entfernt, damit das Problem gar nicht erst auftritt.

In Pirmasens setzt die Stadt auf Prophylaxe: Ein Spezialunternehmen hat in den vergangenen Wochen rund 85 Bäume auf Schulhöfen, Spielplätzen und auf Kindergärten-Arealen behandelt. Dabei werden die Eichen mit einem Nebel aus biologischem Spritzmittel eingesprüht. Der Sprühnebel sorgt dafür, dass die Raupen aufhören zu fressen und dann sterben.

Ein Mann steht in einem Korb an einem Kran und bekämpft von dort aus in voller Schutzkleidung die Eichenprozessionsspinner. (Foto: SWR)
Meistens werden die Nester von Spezialfirmen abgesaugt.

Hilft Neem-Öl in Kusel gegen Eichenprozessionsspinner?

In Kusel versucht man eine neue Bekämpfungsmethode: Dort wird ein Öl eingesetzt, das aus den Samen des Neem-Baumes gewonnen wird. Es ist für Menschen und Tiere ungefährlich. Der Wirkstoff des Öls verhindert bei Insektenlarven die Häutung sowie die Verpuppung, so dass sie nicht zum nächsten Schritt im Wachstumszyklus übergehen können. Allerdings könnte es sein, dass durch das Öl auch andere Insekten in der Nähe getötet werden könnten.

Überall in der Westpfalz wurden bereits alternative Bekämpfungsmethoden erprobt. In Geiselberg im Kreis Südwestpfalz war man im vergangenen Jahr erfolgreich damit, Nistkästen für Meisen in der Nähe der Eichen aufzuhängen. Die Vögel haben die Raupen dann gefressen. Im Kreis Kusel setzte der Landesbetrieb Mobilität auf Fadenwürmer - genauso wie Trier. Die Zahl der befallenen Eichen hatte in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?

Die Haare der Raupen enthalten ein Gift - kommt man mit ihnen in Kontakt oder atmet sie ein, kann das zu allergischen Reaktionen wie Hautausschlägen, Rötungen und Atemnot führen. In Ausnahmefällen droht sogar ein allergischer Schock.

Der Klimawandel begünstigt offenbar die Entwicklung des Eichenprozessionsspinners - die Insekten mögen Wärme. Und durch das Absterben von Bäumen wegen der Trockenheit entstehen gerade an Waldrändern helle Flächen, die die Insekten zum Nestbau nutzen. Wer Eichenprozessionsspinner oder ihre Nester entdeckt, sollte das schnellstmöglich melden - beispielsweise dem Gesundheits- oder Forstamt.

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