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Weltblutspendetag am 14. Juni

Kritische Lage in der Pfalz: Darum sollten Sie jetzt zur Blutspende gehen

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Nadine Lindacher
Bild von Nadine Lindacher, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern

Viel zu wenig Spender, viel zu wenig Blutkonserven. Das ist die traurige Bilanz, die der DRK Blutspendedienst West aktuell zieht. Daniel Beiser vom DRK bezeichnet die Lage als kritisch.

"Seit vielen Wochen beobachten wir stark einbrechende Blutspendezahlen."

Die Krankenhäuser und Arztpraxen in Rheinland-Pfalz bekommen aktuell nur rund die Hälfte des Blutes geliefert, dass sie eigentlich benötigten, sagt Beiser. Das kann dazu führen, dass geplante Operationen, bei denen absehbar ist, dass Blutkonserven benötigt werden, auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssen.

"Ein nie dagewesener Mangel an Blut"

Der Kliniksprecher der Nardinikliniken an den Standorten Landstuhl und Zweibrücken spricht von einem nie dagewesenen Mangel an Blut. Zwar müssten hier bislang noch keine Operationen verschoben werden, aber der Umgang mit den wenigen vorhandenen Blutkonserven müsse sehr sorgfältig geplant werden.

800 bis 1.000 Spender am Tag werden gebraucht

Daniel Beiser vom DRK Blutspendedienst West ist für die Verteilung der Blutspenden zuständig. Für das Versorgungsgebiet Rheinland-Pfalz/Saarland werden am Tag rund 800 bis 1.000 Spender benötigt, um den Bedarf der Kliniken und Arztpraxen zu decken. Aktuell werden die Zahlen aber nicht einmal annähernd erreicht.

Rheinland-Pfalz

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Die meisten gehen aus moralischen Gründen hin, einige wegen des Geldes und viele aktuell gar nicht – zum Blutspenden. Anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni werden die aktuellen Engpässe sichtbar.

Beiser vom DRK: Blutspenden gehen uns alle an

Jeder könnte irgendwann einmal in die Situation kommen, eine Blutspende zu benötigen, sagt Beiser. Das Blutspenden gehe daher uns alle an. Spenden kann fast jeder zwischen 18 und 75 Jahren. Voraussetzung ist, dass man gesund ist. Vor einer Spende muss ein umfangreicher Fragebogen ausgefüllt werden, der dann mit einem Arzt besprochen wird. Die Blutspende im Anschluss dauert dann rund zehn bis 15 Minuten. Insgesamt sollte man etwa eine Stunde Zeit für eine Spende einplanen.

Menschen, die chronische Vorerkrankungen haben oder starke Medikamente nehmen, könnten von der Blutspende ausgeschlossen sein. Auch ein frisches Tattoo oder ein Piercing könnten vorübergehend eine Blutspende unmöglich machen.

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Ein kleiner Piks, der Leben retten kann: die Blutspende. Das DRK geht davon aus, dass derzeit täglich rund 800 bis 1.000 Blutspenden landesweit benötigt werden, um den Bedarf zu decken.

Seit 2021 können auch homosexuelle Menschen Blut spenden

Im vergangenen Jahr wurden die gesetzlichen Hürden für Homosexuelle gelockert, die Blut spenden wollen. Bis dahin war es lesbischen Frauen und schwulen Männern verboten, Blut zu spenden. Daniel Beiser vom DRK erklärt, wer in einer festen Beziehung lebe, könne problemlos Spender sein. Wer häufig wechselnde Sexualpartner habe, müsse in seinem Fragebogen noch zusätzliche Fragen beantworten. Das gelte aber auch für heterosexuelle Menschen mit häufig wechselnden Partnern.

Eine Blutspende kann drei Patienten das Leben retten

Bei einer Vollblutspende werden rund 500 ml Blut abgenommen. Dazu kommen noch Proberöhrchen, die unter anderem auf Infektionskrankheiten untersucht werden. Das Blut werde laut Beiser aufbereitet und aufgeteilt, sodass mit einer Spende bis zu drei Patienten das Leben gerettet werden kann. Das entnommene Blut bilde sich auch schnell wieder nach.

Schönes Wetter wohl Grund für Engpässe

Traditionell gehe das Blutspenden jedes Jahr in den Sommermonaten etwas zurück, so Beiser. Das liege wohl an den Ferien und Urlaubszeiten, aber auch daran, dass es im Sommer einfach viele Möglichkeiten gebe, etwas zu unternehmen und zu erleben. Viele Menschen würden zurzeit einfach nicht ans Blutspenden denken.

Am 14. Juni ist Weltblutspendetag

Am Dienstag ist Weltblutspendetag. An diesem Tag soll noch einmal explizit darauf hingewiesen werden, wie wichtig Blutspenden sind. Jeder, der keine Angst vor Nadeln hat und gesund ist, sollte über die Möglichkeit einer Blutspende nachdenken, appelliert Daniel Beiser.

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Doc Fischer SWR Fernsehen