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Das Landgericht Kaiserslautern hat einen Mann wegen mehrfachen Betrugs bei Führerscheinprüfungen und Sprachtests zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Auch seine Komplizen wurden verurteilt.

Das Landgericht Kaiserslautern sah es als erwiesen an, dass der Haupttäter in über 40 Fällen Führerscheine und Personalausweise gefälscht hat, um seine Komplizen zu theoretischen Führerschein- oder Sprachtests zu schicken. Dafür kassierte er bis zu 3.000 Euro pro Prüfung. Drei seiner Mittäter kamen mit Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten und einem Jahr und drei Monaten davon.

Führerscheinprüfungen manipuliert

Kunden sollen insbesondere Prüflinge mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter Behörden unter anderem in Kaiserslautern, Karlsruhe und Heidelberg getäuscht und so ihren Lebensunterhalt finanziert haben. Die Gruppe war im April bei Razzien in mehreren Bundesländern aufgefallen.

Häufig Betrug bei Führerscheinprüfungen

Täuschungsversuche bei Tests gelten längst nicht mehr als Seltenheit. In Bayern etwa deckte die Polizei im Jahr 2016 eine Betrugsserie bei Führerscheinprüfungen auf. Dort legten Ersatzpersonen die theoretischen Tests mittels falscher Ausweise ab. Die eigentlichen Prüflinge bezahlten dafür im Durchschnitt jeweils 3.000 Euro.

Bekannt sind auch Fälle, in denen Prüflinge verkabelt waren und Antworten von außerhalb in einen Kopfhörer geflüstert bekamen. Sicherheitsbehörden sprechen geradezu von einem "Rundum-Service", der von organisierten Banden angeboten werde. Fachverbände wie der TÜV betonen, solcher Betrug sei alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Betrug aus Faulheit

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände verweist auf das Risiko, wenn Autofahrer unterwegs seien, ohne alle Regeln zu kennen. Experten sehen als Grund für den Betrug außer Sprachproblemen, technischer Ungeschicklichkeit und Prüfungsangst besonders auch Faulheit.

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