Prozessauftakt am Landgericht Kaiserslautern wegen zweifachen Mordes (Foto: SWR)

Urteil des Landgerichts Kaiserslautern

Lebenslange Haft wegen Mord und Totschlag von Weilerbach

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Das Landgericht Kaiserslautern hat den Mann, der im März seine Mutter und deren Lebensgefährten in Weilerbach getötet hat, zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Landgericht sprach den Mann wegen Totschlags an seiner Mutter und Mordes an seinem Stiefvater schuldig. Der 38-Jährige hatte im Laufe des Prozesses gestanden, die beiden auf dem gemeinsamen Anwesen in Weilerbach mit einer Axt erschlagen zu haben. Er selbst wollte sich nicht vor Gericht äußern, ließ aber eine Einlassung durch seinen Rechtsanwalt verlesen. Demnach habe es immer wieder Streitigkeiten zwischen ihm, seiner Mutter und deren Lebensgefährten gegeben. Finanzielle Probleme in seinem Handwerksbetrieb hätten ihm schlaflose Nächte bereitet.

Mann aus Weilerbach jahrelang von Stiefvater beleidigt worden?

Dass ihn der Stiefvater als faul und unfähig bezeichnete, habe ihn erheblich verletzt. An dem Tag der Taten sei er wie ein unter Druck stehendes Fass gewesen und wegen seiner beruflichen und privaten Situation immer wütender geworden. Schließlich habe er den Entschluss gefasst, bei zwei seiner Geschäftspartner Brände zu legen, da er ihnen eine Mitschuld daran gab, dass seine Firma vor der Pleite stand.

Axt machte aus Mörder aus Weilerbach eine Tötungsmaschine

Nachdem er die Brände gelegt hatte, sei er zurück auf das Anwesen in Weilerbach gefahren und habe dort zufällig seine Mutter getroffen. Zu diesem Zeitpunkt habe er nie vorgehabt, zu töten. Er bat sie darum, den Hof nicht zu verkaufen, weil es das zu Hause seiner Familie sei. Daraufhin habe sie nur hämisch gelacht. Sein Blick sei dann auf die Axt in der Garage gefallen und er habe die Frau damit getötet. Mit der Axt in der Hand habe er wie eine "Tötungsmaschine" funktioniert. Anschließend habe er seinen Stiefvater im Schlaf ebenfalls mit der Axt erschlagen.

Mörder aus Weilerbach: "Größter Fehler meines Lebens"

Die Taten bezeichnete der Mann in seiner Einlassung als größten Fehler seines Lebens. Er habe auch keine Entschuldigung für die weiteren Angehörigen, weil der Tod nicht zu entschuldigen sei.

Verteidiger plädierte auf Totschlag

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft, die auf lebenslange Haft wegen Mordes plädiert hatte, hatte der Verteidiger des Mannes beide Taten als Totschlag gewertet und eine mildere Haftstrafe von insgesamt zwölf Jahren gefordert.

Mehrere Tage auf der Flucht

Der Angeklagte war nach dem Abend im März für mehrere Tage auf der Flucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hatte er offenbar einmal in einer Halle in Rodenbach übernachtet und dort einen Traktor entwendet. Ein Bekannter habe ihn schließlich überredet, sich der Polizei zu stellen.

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SWR