Bei Starkregen hat am vergangenen Wochenende Wasser die Kirche in Kirchheimbolanden beschädigt. Die historische Orgel wurde von der Feuerwehr geschützt.

Unwetter in Kirchheimbolanden

Organist rettet historische Orgel vor Wasserschaden

Stand
Autor/in
Maren Kaps

Der Regen am vergangenen Wochenende war für die Kirche in Kirchheimbolanden zu stark. Im Innenraum gibt es Wasserschäden, die beinahe auch die historische Orgel betroffen hätten.

Der Sommer ist eine beliebte Zeit für Arbeiten an Dach und Dachstuhl, weil es meist weniger regnet. Das dachte man auch in Kirchheimbolanden, wo gerade die Kirche St. Petrus renoviert wird. Doch das Unwetter des vergangenen Wochenendes hat gezeigt, wie gefährlich das mitunter werden kann. "Wer erwartet in der Sommerzeit diese gigantischen Regenmengen", sagt der ehrenamtliche Organist der Kirche, Franz-Jürgen Esser.

Franz-Jürgen Esser süeilt ehrenamtlich die historische Orgel in der Kirche in Kirchheimbolanden. Das Unwetter vergangenes Wochenende hätte beinahe das alte Instrument beschädigt.
Organist Franz-Jürgen Esser spielte das historische Instrument während des Gottesdienstes in Kirchheimbolanden. Er war es auch, der das Wasser bemerkte. Mit Kisten voller Noten versuchte er das Wasser zu stoppen, damit es nicht bis zur Orgel vordringt.

Starker Regen während Gottesdienst in Kirchheimbolanden

Zur Renovierung ist die Kirche in Kirchheimbolanden gerade teilweise abgedeckt, der Bau durch eine befestigte Plane geschützt. Das Unwetter am Wochenende hat diese Plane jedoch gelöst und in der Nacht auf Sonntag hat es in die Kirche geregnet. Den Gottesdienst am Sonntagmorgen haben Pfarrer und Organist mit der Gemeinde dennoch begangen. Bis sich der Himmel erneut zuzog und ein neuer Starkregen über Kirchheimbolanden zieht, wie der Organist Esser während des Gottesdienstes bemerkt.

Regenwasser gelangt fast bis zur historischen Orgel

Wie immer spielt Franz-Jürgen Esser am Sonntag ehrenamtlich die rund 200 Jahre alte Orgel in der Kirche St. Petrus. Unten predigt der Pfarrer, die Gemeinde singt und Esser begleitet sie mit der Orgel. "Doch irgendwann habe ich an der Orgel immer mehr das Wasser plätschern gehört, als die Leute unter mir singen gehört", sagt er. Der Regen war schon weit in die Kirche eingedrungen. "Ich habe Sorgen gehabt, dass das Wasser vor dem historischen Instrument keinen Halt macht", sagt Esser.

Er erzählt, dass das Wasser bis ungefähr zwei Meter vor die Orgel vorgedrungen war. Mit Kisten, in denen Noten lagerten, habe er versucht das Wasser von der Orgel abzuhalten. Als der letzte Ton aus den Orgelpfeifen verklungen war, sei er zum Pfarrer nach unten in den Kirchenraum gerannt und habe ihn informiert. Gemeinsam haben die beiden die Feuerwehr zur Hilfe gerufen.

Doch irgendwann habe ich an der Orgel immer mehr das Wasser plätschern gehört, als die Leute unter mir singen gehört.

Feuerwehr Kirchheimbolanden dichtet Kirchendach und Orgel ab

Kurze Zeit später ist die Feuerwehr Kirchheimbolanden eingetroffen. Die Orgel hat sie nach eigenen Angaben mit Planen abgedeckt und rundum verschnürt, damit kein Wasser in das historische Instrument laufen kann. Die Plane auf dem Dach, die losgerissen war, haben die Einsatzkräfte auch neu angebracht.

Das Unwetter des vergangenen Wochenendes setzte der Kirche in Kirchheimbolanden zu. Bei Starkregen drang Wasser in die Kirche ein. Die Feuerwehr deckte das Dach neu ab.
Das Unwetter mit Starkregen, das vergangenes Wochenende über Kirchheimbolanden hinweggezogen war, hat die Plane, mit der das Kirchendach gesichert war, weggerissen. Dadurch konnte Wasser in die Kirche eindringen. Die Feuerwehr hat die Plane wieder aufgespannt.

Höhe des Schadens in der Petrus-Kirche steht noch nicht fest

Trotzdem ist im Kircheninnenraum ein Schaden entstanden, wie einer der Architekten der Renovierung, Philip Graeve, nach der Besichtigung sagt. "Es gibt Schäden über der Sakristei, da ist der Putz durchnässt. Außerdem ist die Decke in der Kirche in Mitleidenschaft gezogen worden und das Wasser ist von der Decke getropft", sagt er. Wie schlimm es letztlich ist könne man erst sehen, wenn alles wieder getrocknet ist. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, könne er ebenso nicht abschätzen, da viele Bereiche in der Kirche gerade sowieso kurz davor sind, renoviert zu werden. Die Gottesdienste am Wochenende können jedenfalls wieder stattfinden.

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