Junger Braunbrust-Igel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Jonas Walzberg)

Erneuter Wintereinbruch könnte tödlich sein

Früher Frühling: Erste Tiere im Pfälzerwald beenden Winterschlaf

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Im Pfälzerwald erwachen die ersten Tiere aus dem Winterschlaf. Ungewöhnlich früh, denn eigentlich schlafen sie bis März. Trotzdem ist das kein Grund zur Sorge.

Eigentlich sollten unter anderem die igel noch eine Weile in ihren Höhlen bleiben. Sie halten gewöhnlich bis in den März hinein ihren Winterschlaf. Im Pfälzerwald haben die milden Temperaturen die ersten Tiere aber schon jetzt wieder wach werden lassen. Die Forschungsanstalt für Waldökologie in Trippstadt nimmt das jedoch gelassen.

"Das sind arme Kerle, die sich nicht genug Speck anfressen konnten."

Gestört werde der Winterschlaf der Tiere durch das milde Wetter nämlich nicht, betont Experte Ulf Hohmann. Derzeit seien vor allem junge Igel zu beobachten und die hätten richtig Hunger: "Das sind die armen Kerle, die vor dem Winter nicht genug Zeit hatten, um sich ordentlich Speck anzufressen", erläutert Hohmann. Ihnen komme das langsame Erwachen der Natur daher zugute.

Erneuter Wintereinbruch könnte tödlich sein

Solange die schmächtigen Igel Nahrung finden würden, sei alles gut, so der Experte der Forschungsanstalt in Trippstadt. Ein erneuter Wintereinbruch wäre zum jetzigen Zeitpunkt dagegen fatal für die Jungtiere. "Das würden die mit wenig Speck am Leib wohl nicht überleben", macht Hohmann deutlich.

Ältere Igel unterbrechen Winterschlaf nicht

Die wohlgenährte Artgenossen wiederum würden ihren Winterschlaf auch bei den jetzt milden Temperaturen nicht unterbrechen. Für sie wäre es laut Hohmann viel zu anstrengend, mal eben schnell den Stoffwechsel hochzufahren. Gleiches gelte beispielsweise für den Siebenschläfer und die Haselmaus. Auch sie befänden sich weiter im Tiefschlaf.

Viele Waschbären im Bereich Kaiserslautern

Wieder rund um die Uhr aktiv ist dem Experten zufolge dafür der Waschbär. Anders als der Igel fahre er seinen Stoffwechsel im Winter aber auch nicht herunter. "Der Waschbär verzieht sich bei schlechtem Wetter einfach in seine Höhle und bleibt da liegen", sagt Ulf Hohmann. Sobald es ihm draußen wieder besser gefällt, zieht der Waschbär aber auch genauso schnell wieder durch die Gegend. Gerade im Bereich Kaiserslautern gebe es übrigens viele Waschbären.

Ein Waschbär in einem Gehege (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Fredrik von Erichsen (Sujetbild))
Auch im Umkreis von Kaiserslautern haben sich inzwischen viele Waschbären angesiedelt. picture alliance/dpa | Fredrik von Erichsen (Sujetbild)

Fuß vom Gas für liebestolle Füchse

Einen Appell richtet die Einrichtung in Trippstadt in dem Zusammenhang an alle Verkehrsteilnehmer. Seit Ende Januar seien die Waschbären und auch Füchse nämlich auf Brautschau, erklärt Waldexperte Hohmann. Auf der Suche nach einer Partnerin legen die Männchen oft weite Strecken zurück und tauchen auch gerne mal mitten am Tag am Fahrbahnrand auf. Autofahrer sollten daher vorsichtig sein, bittet Hohmann: "Wenn eine geeignete Füchsin auf der anderen Seite steht, gibt es für die liebeshungrigen Rüden kein Halten mehr".

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SWR