Im Park mit Logo Themenwoche (Foto: SWR)

Serie zu Armut und sozialer Teilhabe

Folge 4: Wann sind wir endlich da?

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Deutsche Journalistenschule München

In Parks kommen Menschen verschiedener sozialer Schichten zusammen. Wir haben sie im Strecktalpark in Pirmasens getroffen. Sieben Tage, sieben Gespräche. Heute: Verkehr.

Ohne Auto geht nichts - das sagen nahezu alle Pirmasenser. Deswegen heute: Auf den Spuren der Mobilität in Pirmasens.

Laura Bräcklein (links im Bild) ist nicht nur selbstständige Hebamme, sie engagiert sich auch viel für die Stadt. Mit ihren zwei Kindern lebt sie in Pirmasens.
Dominic Gerlach (Mitte) war zehn Jahre lang arbeitslos. Dank einer Initiative der Stadt hat er jetzt täglich etwas zu tun: Er ist Gärtner im Strecktalpark.
Maike Schmelzer (rechts) studiert Angewandte Informatik in Zweibrücken, wohnt aber mit ihrer Freundin Sina in Pirmasens. Hier will sie erst einmal bleiben.

Die Folgen im Überblick

Ich kann es mir jetzt nicht erlauben, vier Stunden am Tag in Bahn und Bus zu verbringen.

Alle paar Minuten fahren Straßenbahnen durch Pirmasens. Schienen pflastern den Weg vom Hauptbahnhof über den Exerzierplatz bis zum städtischen Krankenhaus. Bis zum 2. Weltkrieg prägten Trams das Stadtbild, später folgten Oberleitungsbusse.

Eine Straßenbahn aus alten Zeiten in Pirmasens. Heute gibt es ion der Stadt keine Straßenbahn mehr. (Foto: Stadtarchiv Pirmasens)
Eine Straßenbahn aus alten Zeiten in Pirmasens. Heute gibt es in der Stadt keine Straßenbahn mehr. Stadtarchiv Pirmasens Bild in Detailansicht öffnen
Ein historischer Oberleitungsbus, der früher in Pirmasens unterwegs war. Stadtarchiv Pirmasens Bild in Detailansicht öffnen

Und heute? Elf Buslinien verbinden das Zentrum mit den Stadtteilen und den umliegenden Gemeinden, in den Randzeiten können Sammeltaxis per Telefon angefordert werden.
Die Bürgerinitiative "B10 - 4Spuren jetzt" fordert seit mehreren Jahren den Ausbau der Bundesstraße, die Pirmasens mit Landau verbindet und über Karlsruhe und Stuttgart bis nach Ulm führt.

9-Euro-Ticket, Verkehrswende und Straßenausbau. Was bewegt Pirmasens?

Maike ist neu nach Pirmasens gezogen. Für ihre täglichen Erledigungen in der Stadt ist sie zu Fuß unterwegs, für weitere Strecken nimmt sie ihr eigenes Auto. Und wie geht es den anderen in Stadt und Umgebung? Nachgefragt in der Fußgängerzone:

Die Zahl der Menschen, die den öffentlichen Nahverkehr in Pirmasens nutzen, ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Zählten die Stadtwerke 2016 noch etwa 2,7 Millionen Fahrgäste jährlich, waren es drei Jahre später rund 400.000 weniger. In den Corona-Jahren ging die Nachfrage dann noch einmal deutlich zurück.
2017 haben die Stadtwerke nach einer Fahrgastzählung ihr Angebot überarbeitet. Zwar sind keine Linien weggefallen, allerdings wurden einzelne, wenig genutzte Fahrten zu Randzeiten, gestrichen.

Auto vs. Bahn in Pirmasens

Auf manchen Strecken ist die Bahn fast genauso schnell am Ziel wie das Auto. Oft ist die Zeitersparnis auf der Straße aber enorm. Für drei Städte haben wir uns die Reiserouten mal genauer angeschaut.

Fahrtzeit von Pirmasens nach Kaiserslautern

Kaiserslautern ist die Stadt, in die es die Pirmasenser beruflich am häufigsten zieht. Wer von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof pendelt, ist auf der Schiene fast genauso schnell unterwegs wie mit dem Auto. Die Bahn fährt einmal pro Stunde, abends das letzte Mal um 20:41 Uhr. 

Fahrtzeit von Pirmasens nach Mainz

Der Weg in die Landeshauptstadt führt über Kaiserslautern - egal ob mit dem Auto oder mit der Bahn. Zweimal umsteigen sind mit dem Zug unumgänglich, die schnellste Verbindung legt Zwischenstopps in Kaiserslautern und Bad Münster ein. Mit dem PKW geht es über die A62 und A6 nach Mainz in unter 1,5 Stunden. Zeitersparnis gegenüber dem ÖPNV: knapp eine Stunde.

Fahrtzeit von Pirmasens nach Bitsch

Günstig tanken, Wein und Baguette kaufen. Der Abstecher in die französische Grenzstadt Bitsch ist nur mit dem Auto schnell erledigt. Mit dem Regionalexpress geht es in einer großen Schleife nach Saarbrücken und erst dann ins Nachbarland. Mit dem eigenen Auto ist man mehr als fünfmal so schnell am Ziel, weshalb für die rund 30 Kilometer das Rad dem Zug vorzuziehen ist.

Für mehr Geschichten aus der Stadt, klicken Sie sich über unsere interaktive Karte durch den Strecktalpark!

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