Eine Telefonseelsorgerin aus Kaiserslautern ist am Telefon. (Foto: SWR)

Immer da, wenn sie gebraucht wird

Weihnachten und Corona: Telefonseelsorge Kaiserslautern hat gut zu tun

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Mehr als 10.000 Gespräche führt die Telefonseelsorge Kaiserslautern jedes Jahr - und das auch ohne Corona. Doch die Pandemie hat für die ehrenamtlichen Mitarbeiter zu deutlich mehr Arbeit geführt.

Das Telefon klingelte über Weihnachten pausenlos. Etwa 30 Anrufe pro Tagen haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Telefonseelsorge Kaiserslautern rund um die Weihnachtstage bekommen. Ein Hauptthema der Anrufer sei die Einsamkeit gewesen, sagt der Leiter der Telefonseelsorge, Peter Annweiler. Außerdem geht es in den Gesprächen der Telefonseelsorge Kaiserslautern auch oft um Beziehungsprobleme, psychische Erkrankungen und Suizidgefährdung.

Die Corona-Pandemie habe dazu geführt, so Peter Annweiler, dass sich die Probleme noch einmal verändert haben. Da ging es häufig um Familienstreitigkeiten wegen der Corona-Impfung. "Da gibt es keine einfachen Lösungen. Die Herausforderung ist es dann, den Unterschied zu zeigen und trotzdem die Verbundenheit aufzuzeigen."

Peter Annweiler, Leiter der Telefonseelsorge Kaiserslautern. (Foto: SWR)
Peter Annweiler, Geschäftsführer der Telefonseelsorge Kaiserslautern.

Telefonseelsorge Kaiserslautern gibt es seit 42 Jahren

80 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei der Telefonseelsorge Kaiserslautern, die schon seit 1979 existiert. Ingrid Weickenmeier ist auch schon seit 21 Jahren dabei. Sie erfüllt die Arbeit sehr, sagt sie: "Wenn jemand sagt, allein, dass ich reden durfte, hat mir schon geholfen. Das ist so schön. Wenn ein Anrufer sagt, bei Ihnen werde ich gehört, dann denke ich immer: Wow, wie schön ist dieser Satz zum Abschluss eines Gespräches."

"Wenn jemand sagt, allein, dass ich reden durfte, hat mir schon geholfen. Das ist so schön."

Doch auch Ingrid Weickenmeier merkt, dass sich die Anrufe seit Beginn der Corona-Krise häufen. Etwa 500 Gespräche mehr sind es im Jahr. Die meisten Menschen, die anrufen, sind Frauen über 50. Die jüngeren Menschen nutzen die Online-Angebote der Telefonseelsorge und chatten mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Etwa 2.000 Gespräche führen die ehrenamtlichen Seelsorger pro Jahr auf digitalem Weg.

Telefonseelsorger leisten Hilfe zur Selbsthilfe

Dabei ist den Seelsorgern eines besonders wichtig: Hilfe zur Selbsthilfe. Das heißt, sie dürfen nur intervenieren, wenn der Gesprächspartner das wünscht und seinen Aufenthaltsort mitteilt. Das ist aber die absolute Ausnahme. Eine große Unterstützung ist dabei der "KrisenKompass", eine Handy-App mit der sich der Nutzer in Notfallsituationen schnell Hilfe besorgen kann. Die App beinhaltet zum Beispiel Materialien, die in Krisensituationen hilfreich sein können oder gibt Hinweise zu beruhigenden Techniken. Außerdem stellt sie einen direkten Kontakt zur Telefonseelsorge her. 

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