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Die Stadt- und Kreisverwaltungen in der Westpfalz kämpfen täglich gegen Angriffe aus dem Internet. Noch ist kein größerer Schaden entstanden, aber die Aufgabe wird immer komplexer.

Die Stadtverwaltung in Pirmasens musste in der Vergangenheit bereits einen Teil der Verwaltung isolieren, nachdem eine Schadsoftware erfolgreich in das Netzwerk eindringen konnte. Die IT-Abteilung habe aber alles erfolgreich in seinen Ursprungszustand versetzen können. Es gab nach Angaben einer Stadtsprecherin weder einen Datenverlust noch finanzielle Schäden zu beklagen. Dennoch wehre sich Pirmasens praktisch täglich gegen solche Angriffe aus dem Netz.

Kusel bereits zweimal Opfer von Trojaner geworden

Auch die Kreisverwaltung des Landkreises Kusel berichtet von gleich zwei "sicherheitsrelevanten Vorfällen", die durch sogenannte Verschlüsselungstrojaner ausgelöst wurden. Dank des IT-Notfallmanagements seien die Angriffe aber relativ glimpflich abgelaufen und hätten zu keinen nennenswerten Systemausfällen geführt. Wie eine Sprecherin des Landkreises mitteilt, wurden die Sicherheitsmaßnahmen danach dennoch verschärft.

Vorgaben des IT-Bundesamtes werden erfüllt

Viele Verwaltungen halten sich nach eigenen Angaben an die Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik, um sich gegen mögliche Cyber-Attacken zu wappnen. Diese werde stetig entsprechend der Bedrohungslage angepasst. Ein ganz wichtiger Punkt sei dabei, dass die Mitarbeiter in den Verwaltungen ausreichend und regelmäßig geschult werden, um Angriffe aus dem Internet zu erkennen.

Zweibrücken sieht Schulung der Mitarbeiter als enorm wichtig an

"Viele Sicherheitslücken entstehen durch die Mitarbeiter selbst", erklärt Zweibrückens Pressesprecher Jens John. Das sei aber kein Vorwurf, sondern ein Arbeitsauftrag an die Verwaltung. Deshalb würden die Mitarbeiter immer wieder geschult, um für die IT-Sicherheit sensibilisiert zu werden. "Ebenso versendet unserer EDV-Abteilung regelmäßig E-Mails an alle Mitarbeitenden, um auf aktuelle Malware, Phishing-Mails und ähnliches hinzuweisen", berichtet John von den Bemühungen der Stadt, die Verwaltung auf dem neusten Stand zu halten.

Rathaus Zweibrücken (Foto: SWR)
Die Stadtverwaltung in Zweibrücken schult ihre Mitarbeiter regelmäßig, um auf dem neusten Stand in Sachen IT-Sicherheit zu sein.

Landkreis Kaiserslautern fordert mehr Hilfe von Bund und Land

"Die Aufgaben in diesem Bereich nehmen immer mehr zu", berichtet eine Sprecherin des Landkreises Kaiserslautern. Dadurch steigen für die Kommunen nicht nur Anforderungen, sondern auch die Kosten für die IT-Sicherheit. Deshalb war aus allen Verwaltungen dasselbe zu hören: Die Forderung nach mehr Beratung und auch finanzieller Unterstützung durch den Bund oder das Land, um diesen Prozess regelmäßig und intensiv zu begleiten.

Landkreis in Sachsen-Anhalt massiver Cyber-Attacke ausgesetzt

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt ist jüngst Opfer eines groß angelegten Cyber-Angriffes geworden. Hacker sollen dabei auch Lösegeld gefordert haben. Die Kreisverwaltung ist nach dem Angriff für voraussichtlich zwei Wochen handlungsunfähig. Dadurch können auch Zahlungen wie die Sozialhilfe nicht geleistet werden. Der Landkreis hat deshalb den ersten Cyber-Katastrophenfall in Deutschland ausgerufen.

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