Sternsinger in Hochspeyer (Foto: SWR)

Statt Haustür-Besuchen

Sternsinger in Hochspeyer stecken viel Liebe in Segenspost

STAND

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen gehen die Sternsinger auch in diesem Jahr nicht von Haus zu Haus. In Hochspeyer im Kreis Kaiserslautern haben Kinder stattdessen persönliche Segensbriefe gebastelt.

Der Corona-Krisenstab des Bistums Speyer hatte die klassische Sternsinger-Aktion erneut frühzeitig abgesagt. „Trotzdem sollen unsere Kinder Spaß haben und die Menschen merken, dass noch Leben im Dorf ist“, dachte sich Steffen Mertel von der katholischen St. Laurentius-Gemeinde in Hochspeyer. Ergebnis sind von den Kindern höchstpersönlich gestaltete Segensbriefe, die diese Woche verteilt werden.

Segenspost wird im Wohnzimmer gebastelt

„Wir wünschen Euch ein gesegnetes neues Jahr“, steht in bunten  Buchstaben auf der Segenspost. Unterzeichnet haben Caspar, Melchior und Balthasar - bei denen es sich in diesem Fall um Mirjam (7 Jahre), Samuel (9 Jahre) und Joel (11 Jahre) handelt. Die drei Kinder haben an mehreren Nachmittagen zusammen im Wohnzimmer der Familie Braun in Hochspeyer an ihren Segensbriefen gebastelt und zum Beispiel die Drei Könige und die Krippe mit dem Jesuskind darauf gemalt.

Sternsinger in Hochspeyer (Foto: SWR)
Die Sternsinger Joel, Sammy und Mirjam (v.l.) aus Hochspeyer gestalten eine Segenspost. Von Haus zu Haus ziehen können sie auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht.

Nicht fehlen dürfe aber auch ein Aufkleber mit dem Segensspruch, den sich die Empfänger selbst über ihre Haustür kleben könnten, erklärt der Organisator der Aktion in Hochspeyer, Steffen Mertel. Außerdem hätten die Menschen natürlich auch in diesem Jahr die Gelegenheit, für Kinder in armen Ländern Geld zu spenden. Dazu befinde sich ein Spendentütchen beziehungsweise ein Überweisungsträger in der Segenspost.

Kinder wissen, wohin Spenden fließen

Wichtig außerdem: Die Sternsinger-Kinder sollen laut Mertel auch bei der hauptsächlich zuhause stattfindenden Aktion genau wissen, wofür sie sich ins Zeug legen. „Zum Beispiel für Mensen. Der ist auf einen Baum geklettert, um Mangos zu pflücken und so Geld für seine Familie zu verdienen“, berichtet der neunjährige Samuel. Weil der Junge aber von dem Mangobaum heruntergefallen sei und jetzt behandelt werden müsse, müsse ihm geholfen werden. Gleiches gelte für Kinder in armen Ländern, die zum Beispiel Brandwunden hätten.

Sternsinger in Hochspeyer spielen diesmal Postboten

Sinn und Zweck sind den jungen Teilnehmern in Hochspeyer also klar, ihre Segenbriefe sind fertig und daher spielen sie ab dem Dreikönigstag, am 6. Januar, Postboten. Haushalte, die die Segenspost bestellt haben, arbeiten die Kinder jetzt nach und nach ab und werfen ihnen ihr persönliches Paket in den Briefkasten.

Nicht nur in Hochspeyer, auch in allen anderen Kirchengemeinden des Bistums Speyer gibt es die Segenspost. In Kaiserslautern etwa können sich die Menschen einer Sprecherin zufolge dafür bei ihrem jeweiligen Pfarramt melden. Unter anderem in Bruchmühlbach-Miesau und Queidersbach wird die Segenspost wiederrum mit dem Gemeindebrief verteilt.

STAND
AUTOR/IN
SWR