Die Batteriefabrik in Kaiserslautern ist ein "Meilenstein für die Transformation der deutschen Automobilindustrie", betont Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU). (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Martin Goldhahn/View/dpa)

2.000 neue Arbeitsplätze

So kam die Batteriezellenfabrik zu Opel nach Kaiserslautern

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Sibille Lozano
Bild von Sibille Lozano, Redakteurin bei SWR Aktuell in Rheinland-Pfalz (Foto: SWR)

Die Batteriefabrik in Kaiserslautern ist ein "Meilenstein für die Transformation der deutschen Automobilindustrie", betont Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU). Es war und ist ein längerer Weg bis dahin.

April 2019

Erste Meldungen, wonach das Opel-Werk in Kaiserslautern als ein Standort für ein europäisches Batteriezellen-Konsortium im Gespräch ist. Das Projekt soll mit 1,7 Milliarden Euro gefördert werden, das meiste Geld kommt von Frankreich und Deutschland. Beide Länder haben deshalb Firmen benannt, die sie in einem Konsortium sehen: einen französischen Batteriehersteller, der zum Total-Konzern gehört und die französische Opel-Mutter PSA.

Dezember 2019

Das Bundeswirtschaftsministerium gibt bekannt, dass das Opel-Werk in Kaiserslautern Standort für eine Batteriezellenfertigung für Elektroautos wird. Zuvor hatte die Europäische Kommission das erste Batterie-Großprojekt in Europa genehmigt. Nach SWR-Informationen soll der Bau der Batteriefabrik 2023 beginnen, 2.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Eine identische Fabrik soll in Frankreich gebaut werden. Beide Fabriken zusammen sollen sechs Milliarden Euro kosten.

Im Opel-Werk in Kaiserslautern läuft die Produktion momentan noch auf Sparflamme. (Foto: SWR)
Der Opel-Betriebsrat fordert für die Mitarbeiter in Kaiserslautern schon früh Qualifizierungsmaßnahmen.

Der Betriebsratsvorsitzende des Opel-Werks in Kaiserslautern, Thorsten Zangerle, hat vor dem Aufbau der neuen Batteriezellenfabrik eine Qualifizierungsoffensive gefordert. Die Ansiedlung sei für die Beschäftigten ein "Sechser im Lotto". Vor allem, weil dadurch hochqualifizierte Industriearbeitsplätze mit Perspektive entstünden. Um sie besetzen zu können, seien aber umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen notwendig.

Januar 2020

Mit dem französischen Batteriehersteller Saft hat auch der letzte Projektpartner zugestimmt, dass die geplante Batteriefabrik in Kaiserslautern gebaut wird. Opel-Chef Michael Lohscheller hält die Entscheidung für wichtig, weil er davon ausgeht, dass die Nachfrage nach Elektromobilität in Zukunft deutlich wachsen wird.

Februar 2020

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Opel-Chef Michael Lohscheller haben erste Pläne für die Batteriezellenfabrik vorgestellt. Lohscheller sagte, man wolle in Kaiserslautern zukünftig die weltweit besten, effizientesten und umweltfreundlichsten Batterien herstellen. Ministerpräsidentin Dreyer sprach von einer Sternstunde für die Region und ganz Rheinland-Pfalz. In der Fabrik sollen jedes Jahr Batterien für rund eine halbe Millionen Elektrofahrzeuge gebaut werden.

Juni 2021

Trotz der Corona-Krise werden die Pläne für die Batteriezellenfabrik vorangetrieben. Die Vorbereitungen liegen nach Angaben eines Opel-Sprechers weiter im Zeitplan. Das Unternehmen plane nach wie vor, rund zwei Milliarden Euro in den Standort in Kaiserslautern zu investieren.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Ministerpräsidentin Dreyer übergeben Opel in Kaiserslautern einen Förderbescheid für die geplante Batteriezellenfabrik (Foto: SWR)
Bund und Land übergeben Fördermittel für die Opel-Batteriezellenfabrik in Kaiserslautern.

September 2021

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer hat gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Altmaier Opel in Kaiserslautern einen Förderbescheid in Höhe von rund 440 Millionen Euro übergeben. In gut vier Jahren soll die geplante Batteriezellenfabrik für E-Autos in Betrieb gehen.

Wenig später kündigt Mercedes-Benz an, als dritter Partner neben Total und Stellantis in das deutsch-französische Batteriekonsortium einzusteigen. Daimler will nach eigenen Angaben einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag investieren. Geplant ist, dass der Weltkonzern künftig seine Fahrzeuge mit Batteriezellen und -modulen aus den beiden Produktionsstandorten in Frankreich und Kaiserslautern ausstattet.