Auf dem Schild eines Restaurants steht: Zutritt nur mit 2G (Foto: picture alliance/dpa/APA | Hans Punz)

Gemischte Gefühle bei Verantwortlichen

Härtere Corona-Regeln: Was sagen Schulen, Gastro und Kultur?

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In Rheinland-Pfalz sollen ab der kommenden Woche schärfere Corona-Regeln gelten als bislang. Wir haben bei Schulen, Restaurants und der Kulturszene nachgefragt, was das für sie bedeuten könnte.

Werner Braun steht mit gerunzelter Stirn in seinem Eiscafé in der Innenstadt von Kaiserslautern. Er geht davon aus, dass ab kommendem Montag in ganz Rheinland-Pfalz Corona-Warnstufe 2 gilt. So hatte es auch schon Gesundheitsminister Clemens Hoch angekündigt. Sollte es so kommen, steht Werner Braun vor einem Problem, sagt er.

Gastronom Werner Braun steht in seinem Eiscafé in Kaisersautern (Foto: SWR, SWR)
Gastronom Werner Braun steht in seinem Eiscafé in Kaiserslautern. Er hat Angst davor, dass ihm durch die neuen Corona-Regeln viele Kunden verloren gehen könnten. SWR

Kaiserslautern: Gastronom Werner Braun hat Angst um sein Geschäft

"Ich denke, dass die Kundschaft nicht ganz wegbleibt, aber es wird sich reduzieren. Es gibt nämlich immer noch genug Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind. Wir haben dann ein Problem, weil nur noch fünf Ungeimpfte mit Test hier hereindürfen. Wir haben vor allem einige ältere Kunden, die sich noch nicht impfen gelassen haben", sagt Werner Braun.

Schulleiterin aus Otterberg: "Hoffe auf schnelle Umsetzung strengerer Regeln"

Elke Bonner, die Schulleiterin der Integrierten Gesamtschule Bettina von Arnim in Otterberg, spricht sich hingegen klar für härtere Maßnahmen aus. Sie hätte sich schon früher strengere Corona-Regeln gewünscht.

"Für uns alle kam der Winter nicht überraschend und damit auch nicht die steigenden Infektionszahlen. Auch für Schulen hätte ich mir eine frühzeitigere Strategie gewünscht", sagt Elke Bonner.

Schulleiterin Elke Bonner (Foto: SWR, SWR)
Elke Bonner, die Schulleiterin der IGS Otterberg hofft, dass es zeitnah strengere Corona-Regeln geben wird. SWR

Schüler sollen regelmäßig getestet werden

Sie hofft jetzt vor allem, dass zeitnah mehr Schüler regelmäßig auf Corona getestet werden können. "Wir wollen wieder eine strengere Maskenpflicht an der Schule und dass wir Schüler öfter testen können - egal ob die Schüler geimpft oder ungeimpft sind", so Bonner.

Kulturbranche: Angst vor strengeren Corona-Regeln

Die Kulturschaffenden in der Westpfalz hoffen, dass es keine strengeren Corona-Regeln für Veranstaltungen gibt. Die bestehende 2G-Regel sei zwar sinnvoll, sagte eine Sprecherin vom Kulturzentrum Kammgarn in Kaiserslautern, sie lehne die 2G-Plus-Regel allerdings ab, nach der Genesene und Geimpfte zusätzlich einen negativen Test vorweisen müssen, um Veranstaltungen besuchen zu dürfen. Das würde die Verunsicherung unter den Besuchern vergrößern. Gelernt durch die Pandemie habe auch das Pfalztheater Kaiserslautern, wie die kaufmännische Direktorin Stefanie Niedermeier sagt. Die zu 99 Prozent geimpften Zuschauer würden bei den Vorstellungen inzwischen wieder im bewährten Schachbrettmuster Platz nehmen. Eine klare Ansage der Politik sei aber auch für Niedermeier wichtig, um die vierte Welle zumindest zu bremsen.

Zweibrücken hofft auf einheitliche Regeln für Grenzregionen

Die Kulturdezernentin der Stadt Zweibrücken, Christina Rauch (CDU), wünscht sich vor allem einheitliche Regeln für alle Veranstaltungsformate. Gerade in den Grenzregionen von Rheinland-Pfalz, Saarland und Frankreich sei das wünschenswert, um die Pandemie einzudämmen. Konkret begrüße sie eine 2G-Richtlinie, nach der einzig geimpfte und genesene Besucher zugelassen werden. Bei einer 2G-Plus-Variante, bei der zusätzliche Corona-Tests notwendig wären, glaubt sie, dass die sowieso schon zurückhaltenden Zuschauer noch weniger Ambitionen hätten, Veranstaltungen zu besuchen. Wenn diese Lösung diskutiert werden sollte, dann überregional und einheitlich, teilt sie mit.

Minister entscheiden heute über neue Corona-Regeln

Wie genau die neuen Corona-Regeln aussehen werden, hängt aber von den Ergebnissen der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz ab. Die Landesregierung will nach eigenen Angaben abwarten, ob die Länder zu einer bundesweiten Regelung kommen - beispielsweise flächendeckend 2G einzuführen. Erst nach der Konferenz soll es die endgültige Fassung einer neuen Landes-Verordnung geben, die in der Nacht von Sonntag auf Montag in Kraft treten soll.

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