Kontrollstelle der Polizei vor Grundschule Heltersberg (Foto: SWR)

Grundschüler lesen Rasern in Südwestpfalz die Leviten

Kinder unterstützen Polizei bei Verkehrskontrolle vor Grundschule

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Kinder, die Raser vor ihrer Grundschule zur Rede stellen. Das gab es am Dienstag bei einer Verkehrskontrolle im südwestpfälzischen Heltersberg. Aber bringt das was?

Die Sommerferien sind vorbei und seit Montag sind wieder regelmäßig morgens und mittags Schulkinder unterwegs. Die Polizei achtet gerade zum Schulbeginn besonders auf die Sicherheit auf dem Schulweg. Im südwestpfälzischen Heltersberg hat die Polizei deshalb zusammen mit den Grundschülern eine Kontrollstelle vor der Schule aufgebaut. Die Grundschule in Heltersberg liegt direkt an der Ortsdurchfahrt. Ein silbernes Auto nähert sich. Polizist Michael Nothof bemerkt, dass es zu schnell ist und meldet den Verstoß an seine Kollegen, die den Wagen ein Stück weiter aus dem Verkehr ziehen.

Mehr als 40 Verstöße vor Grundschule an einem Vormittag

Die Schülerinnen und Schüler aus der 4a jubeln, als der Raser anhalten muss. Der Autofahrer schaut sichtlich betroffen und erklärt, er habe das Tempo-30-Schild nicht gesehen. Er sei in Gedanken gewesen. Auf der Hauptstraße Heltersberg gilt zu Schulzeiten in der Nähe der Grundschule Tempo 30, ansonsten 50. Aber die Polizei hat es an diesem Vormittag nicht nur auf Raser abgesehen, auch Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, werden kontrolliert. Wird die Gurtpflicht eingehalten? Ist der Kindersitz richtig eingebaut? Mehr als 40 Verstöße zählen die Beamten an diesem Vormittag.

Grundschule Heltersberg (Foto: SWR)
Die Grundschule Heltersberg liegt direkt an der Ortsdurchfahrt. Während der Schulzeit gilt deshalb ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern.

Ansprache der Grundschüler zeigt Wirkung

Auch beim nächsten Raser, der angehalten wird, jubeln die Kinder. 42 Stundenkilometer bei erlaubten 30. Der Fahrer, ein Mann mittleren Alters, der auf dem Weg zur Arbeit ist, wird von der Polizei über die Aktion an der Grundschule aufgeklärt. Dann steigt er aus und stellt sich freiwillig den Fragen der Kinder. Warum er zu schnell gefahren ist, wollen die Schülerinnen und Schüler wissen und ob er öfter zu schnell fährt. Durch die Kinder hat die Ansprache eine ganz andere Wirkung als durch einen erwachsenen Polizeibeamten. Der Autofahrer beteuert, er werde in Zukunft besser auf die Schilder achten. Die Kontrollaktion mit den Schulkindern finde er gut. Er kommt mit einer Verwarnung davon.

Polizei zieht positives Fazit

Die Aktion war nach Angaben der Polizei ein voller Erfolg. Die Ansprache durch die Kinder sei nachhaltiger als die der Beamten. Die kontrollierten Fahrer hätten den Kindern vernünftig geantwortet und Verständnis gezeigt.

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