Ohne Zuschüsse oder Spenden

Energiekrise macht Tierpark Donnersberg zu schaffen

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Daniel Novickij

Der private Tierpark Donnersberg in Rockenhausen kämpft mit explodierenden Energiepreisen. Um eine Schließung zu verhindern will der Besitzer im Notfall auf sein privates Geld zurück greifen.

Tierparkleiter Andreas Spieß mit zwei Makaken (Foto: SWR)
Tierparkleiter Andreas Spieß sorgt sich um die Tiere im Tierpark Donnersberg.

Dianameerkatzen, Kugelgürteltiere oder Greifstachler. Der Tierpark Donnersberg in Rockenhausen in der Westpfalz beherbergt viele exotische Tierarten. Davon stammen die meisten aus Südamerika oder Afrika. Diese Tiere sind ein warmes bis heißes Klima gewöhnt, sodass sie im Herbst und Winter in einem beheizten Gehege untergebracht sein müssen.

Doch wegen der aktuellen Energiekrise steigen die Heizkosten enorm. Andreas Spieß, Leiter des Tierparks Donnersberg in Rockenhausen, rechnet damit, dass seine Energiekosten in diesem Jahr massiv steigen werden. "Im vergangenen Jahr habe ich zum Heizen mit Strom und Gas rund 45.000 Euro bezahlt. In diesem Jahr müssten es wohl etwa 120.000 Euro bis 150.000 Euro werden", sagt Spieß. Zusätzlich würden noch Mehrkosten von bis zu 100.000 Euro für Öl hinzukommen.

Die finanzielle Lage sei im Moment sehr angespannt. Der Tierpark in Rockenhausen wird nicht staatlich gefördert und ist gänzlich auf seine Umsätze angewiesen. Auch private Spenden erhält der Zoo laut Spieß nicht.

Nur wenige Einsparungen von Energie im Tierpark möglich

Die Gehege der Tiere müssen beheizt werden - hier kann der Leiter des Tierparks nicht sparen. Spieß will aber zumindest die Temperaturen in den Mitarbeiter-Räumen senken. "Wir können auch bei 17 oder 19 Grad in den Gemeinschaftsräumen sitzen. Nach der Pause machen wir die Heizung dann aus", sagt Spieß. Auch die Beleuchtung werde künftig über Nacht abgeschaltet.

Wenig Zustimmung für hohe Eintrittspreise in Tierpark Donnersberg

Die Öffnungszeiten will Spieß wegen der aktuellen Situation nicht verändern. Auch die Preise für die Eintrittskarten in den Tierpark werde er nicht anheben. "Wir haben erst kürzlich die Ticketpreise um zwei Euro erhöht. Ich habe fast nur negative Rückmeldungen deshalb erhalten", sagt Spieß. Die Menschen müssten im Moment überall sparen. Da sei offenbar kein Geld mehr für einen Zoobesuch übrig.

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Er könne die Tiere auch nicht an andere Tierparks oder Zoos abgeben. "Viele Zoos beheimaten inzwischen überwiegend Tiere aus Europa oder Asien. Sie sind an unser Klima gewöhnt", erklärt Spieß. Daher würde auch kein Zoo seine Tiere aufnehmen. Die Zoos hätten außerdem selbst mit den hohen Energiepreisen zu kämpfen. "Wenn ich nicht vorher weiß, dass es meinen Tieren woanders besser geht, dann gebe ich sie auch nicht weg", betont Spieß.

Steigerung des Mindestlohns verschärft die finanzielle Lage

Außerdem würde der seit Oktober gestiegene Mindestlohn von 10,45 Euro auf 12 Euro die Situation verschlechtern. "Wir arbeiten bereits am Limit. Diese Mehrkosten kommen obendrauf", sagt Spieß. Er werde sich mit seinem Team aus sechs Leuten beraten, wie es weitergeht. Beim Personal könne er nicht sparen. "Zum Glück haben wir viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die uns unterstützen. Sie arbeiten gerne mit Tieren und sind mit ihrem Engagement für uns sehr wichtig", so Spieß.

"Im Notfall auf Privatbesitz zurückgreifen"

Daran, den Zoo in Rockenhausen zu schließen, denkt Tierpark-Leiter Spieß nicht. Er will sich weiter für seine Tiere einsetzen. Bereits jetzt investiert er privat in seinen Zoo.

"Im Notfall werde ich 80 Prozent meines Privatbesitzes in den Zoo stecken. Dann muss halt das Privatleben mal auf der Strecke bleiben."

Doch sollte Spieß die hohen Kosten durch den Umsatz nicht mehr stemmen können, dann würde er noch mehr Geld aus dem eigenen Geldbeutel in den Tierpark legen.

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Daniel Novickij