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Im Fall um einen tödlichen Messerstich geht der zu sechs Jahren Haft verurteilte Mann vor dem Landgericht Zweibrücken in Revision. Das hat sein Verteidiger bestätigt.

Der Mann hatte vor Gericht gestanden, im vergangenen Sommer seinen 40-jährigen Nachbarn erstochen zu haben. Sein Verteidiger hatte auf Notwehr plädiert und maximal zwei Jahre auf Bewährung gefordert. Hintergrund ist, dass das spätere Opfer gewaltsam in die Wohnung des Mannes eingedrungen war, um dort einen lautstarken Streit zu schlichten.

Mildernde Umstände beim Angeklagten

In erster Instanz hatte das Landgericht Zweibrücken keine Belege für eine Notwehr-Situation gesehen. Der 35-jährige Metzger sei seinem Opfer körperlich überlegen gewesen und hätte sich ohne Messer wehren können. Strafmildernd habe sich allerdings seine soziale Unbeholfenheit und auffällige Emotionalität ausgewirkt. Bei der Urteilsverkündung war der Verurteilte im Gerichtssaal ausgerastet und musste von fünf Vollzugsbeamten überwältigt werden.

Lautstarker Streit ruft Nachbarn auf den Plan

Der Mann war wegen Totschlags angeklagt: Er hatte im August vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Zweibrücken einen lautstarken Streit mit seiner Mutter - dabei sei es um den Verlust seiner Arbeitsstelle gegangen. Mehrere Nachbarn, darunter das spätere Opfer und der Vermieter, waren auf den Streit aufmerksam geworden und wollten den 35-Jährigen zur Rede stellen und für Ruhe sorgen.

Landgericht und Staatsanwaltschaft Zweibrücken (Foto: SWR)
Das Landgericht Zweibrücken hatte den Täter zu sechs Jahren Haft verurteilt. (Archivbild)

Dabei kam es laut Gericht zu Wortgefechten und einer Rangelei an der Wohnungstür. Schließlich traten die Nachbarn die Tür zur Wohnung des 35-Jährigen ein und stellten ihn erneut zur Rede. Als die Situation geklärt schien, verließen die Männer die Wohnung.

Opfer stirbt nach Messerstich auf der Straße

Nach Zeugenaussagen hat der Verurteilte den Männern dann noch etwas hinterher gerufen - daraufhin ging das spätere Opfer alleine zurück in die Wohnung. Was in den folgenden etwa 20 Sekunden genau passierte, konnte vor Gericht nicht geklärt werden. Fest steht, dass der 40-Jährige von dem Verurteilten daraufhin mit einem Fleischermesser attackiert wurde: Er stach mit einem 23 cm langen Küchenmesser auf ihn ein und traf unter anderem ins Herz. Das Opfer konnte sich zurück ins Treppenhaus schleppen und wurde von zwei Männern auf die Straße gebracht. Dort verblutete er. Die Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr helfen.

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