Armin Lascht - von oben fotografiert.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Kay Nietfeld)

Kritik aus der Westpfalz

"CDU geführte Regierung entspricht nicht dem Willen der Wähler"

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Die CDU taumelt. Nach dem historisch schlechten Bundestagswahl-Ergebnis der Union wird die Kritik an Kanzlerkandidat Armin Laschet auch in der Westpfalz lauter.

Sebastian Borger, Kreisvorsitzender der CDU Kusel, wird deutlich: Die CDU sei "abgestraft" worden. "Eine von der CDU geführte Regierung entspricht wohl kaum dem Willen der Wähler." Eine inhaltliche Neuausrichtung und Profilierung sei in der Opposition deutlich einfacher umzusetzen. Dieser Meinung schließt sich auch der Kreisvorsitzende des Donnersbergkreises, Rudolf Jacob, an.

Rudolf Jacob kritisiert Laschet

Rudolf Jacob, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler (Foto: Verbandsgemeinde Winnweiler)
Rudolf Jacob ist Bürgermeister der VG Winnweiler. Verbandsgemeinde Winnweiler

Wie auch der diesjährige Bundestagskandidat, Xaver Jung (CDU), sehen die beiden Kommunalpolitiker Armin Laschet in der Verantwortung. "Herr Laschet ist nicht nur der falsche Kanzlerkandidat gewesen. Er war und ist auch der falsche Parteivorsitzende. Die Parteiführung hat bei diesen Entscheidungen jeweils die klar erkennbare Meinung der Basis missachtet", sagt Rudolf Jacob. Auch aus der Bevölkerung hat es laut Sebastian Borger klare Signale gegeben: "An fast jedem Wahlstand äußerten sich Bürger, dass sie Laschet als Kanzler nicht wollen und die CDU den falschen Kandidaten habe."

Südwestpfälzer Landrätin Ganster wünscht sich Neuanfang für die CDU

Dr. Susanne Ganster (Foto: SWR)

Susanne Ganster wird deutlich, wenn es um das Ergebnis der Bundestagswahl geht. Die CDU habe es nicht geschafft mit Inhalt und Personen die Bürger zu begeistern.

"Wir haben ganz klar viele Wähler verloren und diese Wahl verloren."

Außerdem teilt Ganster die Kritik vieler CDU-Mitglieder am Nominierungsverfahren des Kanzlerkandidaten. Daher wünscht sie sich einen – wie sie sagt – klaren Neuanfang. Es sei nicht zwingend nötig, dafür in Regierungsverantwortung zu sein. Auch die Arbeit aus der Oppostion sieht sie als eine Möglichkeit. "Entscheidend für mich ist nur, dass ein innerparteilicher Erneuerungsprozess stattfindet."

Die Mitglieder müssen ernster genommen werden

Ohne kritische Analyse und personelle Neuaufstellung gehe es nicht, so Ganster. Dabei müssten endlich alle Mitglieder eingebunden werden, "denn die Stimme unserer Gemeinde- und Kreisverbände wurde gerade bei dieser Bundestagswahl zu wenig gehört."

"Den Fehler nur bei einem Kandidaten zu suchen, ist zu einfach."

Michael Littigs Kritik fällt leiser aus. Er spricht von einer schmerzhaften Niederlage, die durchaus vermeidbar war. "Wir haben krachend verloren und vieles ist schlecht gelaufen. Er sieht in einer möglichen Oppositionsrolle eine gute Chance für die Partei. Dennoch: "Wenn Jamaika möglich ist, dann darf die CDU sich nicht vor dieser Verantwortung drücken. Im Gegenteil".

FCK-Beiratsmitglied Michael Littig (Foto: SWR)
Michael Littig steht der CDU im Kreisverband Kaiserslautern vor.

Wahlkampf hatte "Auswirkung auf Direktmandate"

Neben Xaver Jung verpasste auch der Pirmasenser CDU-Bundestagskandidat Florian Billic den Einzug in den Bundestag. "Es mangelte an einer guten und überdachten Wahlkampfstrategie. Leider mussten auch die Direktkandidaten in den Wahlkreisen unter all diesen Fehlentscheidungen leiden, wodurch in Rheinland-Pfalz eine Vielzahl von Direktmandaten verloren ging", sagt Sebastian Borger aus dem Donnersbergkreis.

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