Kirschen am Baum

Ernteausfälle wegen Regen

So ist die Lage der Obstbauern und Winzer im Westen der Pfalz

Stand
Autor/in
Helen Roth
Helen Roth

Der anhaltende Regen in den vergangenen Wochen bereitet den Obstbauern und Winzern in der Region viele Probleme. Auch die lange fehlende Sonne hat den Pflanzen geschadet.

Aktuell haben Kirschen Saison. Die Obstbauern in der Region schauen allerdings nur mit Gram in die Kronen ihrer Bäume. Wo sich in vergangenen Jahren auch mal die Äste unter der Last der prallen roten Früchte bogen, sind heute nur vereinzelt Kirschpaare zu entdecken.

"Zuerst war der Frost schuld", sagt Karl Werner Enders vom Obsthof Enders in Albisheim in Donnersbergkreis. Der kalte April hat den Kirschblüten alles andere als gut getan. "Viele sind abgestorben, andere Blüten sind in ihrer Entwicklung stehengeblieben." Der Dauerregen in den vergangenen Wochen schadet den wenig verbliebenen Früchten ebenfalls deutlich.

Im Westen der Pfalz gab es bisher wenig Sonnentage

Die Kirschen bräuchten jetzt Wärme und viel Licht. Die Sonne versteckte sich zuletzt aber eher meist hinter dichten Wolken. Aus diesem Grund werden die Früchte nicht richtig süß. Roger Marti, der Geschäftsführer vom Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz, geht davon aus, dass 60 bis 70 Prozent der Ernte in diesem Jahr ausfällt. Es steht aber nicht nur schlecht um die Kirschen

Die Bauern in der Region rechnen auch damit, dass die Pfirsich-, Apfel- und Birnenernte in diesem Jahr schlecht laufen werden. "Unser Hauptproblem ist die bakterielle Erkrankung Feuerbrand", erklärt Karl Werner Enders. Sind die Blätter eines Obstbaumes betroffen, muss der Ast zwingend abgeschnitten und entsorgt werden. "Nur so kann man den Befall stoppen."

Pilzerkrankungen bereiten Winzer im Zellertal Sorgen

Weniger mit Bakterien, dafür umso mehr mit Pilzerkrankungen haben die Winzer zu kämpfen. "Der erste Blick am Tag geht an den Himmel, der zweite direkt auf den Rebstock", sagt Martina Wick vom Weingut Wick im Zellertal im Donnersbergkreis. Der Daurregen macht dem Biobetrieb sehr zu schaffen. "Wäre das Wetter besser, hätten wir nicht so viel zu tun."

Wegen des lange schlechten Wetters müssen die Winzerbetriebe viel häufiger als sonst in die Wingerte, um die Reben mit Schwefel zu besprühen. "Tatsächlich wurden wir schon davor gewarnt, dass das Mittel gegen den Pilzbefall knapp werden könnte", erklärt die Winzerin.

Noch bleibt im Donnersbergkreis die Chance auf eine gute Weinlese

"Aber noch haben wir die Chance auf ein gutes Weinjahr", meint Dirk Himmel vom Weingut Schwan im Zellertal. Der viele Regen hat auch den Weinstöcken genützt, denn der Grundwasserspiegel ist in den vergangenen sehr heißen und trockenen Sommern stark gesunken. Für die Reben bedeutet das Trockenstress - und den mögen sie gar nicht.

"Weil durch den Klimawandel alles etwas früher ist, hoffen wir jetzt auf einen beständigen September und damit auf eine gute Lese", sagt Dirk Himmel. Sollte das klappen, dürfen wir doch noch mit einem guten Tröpfchen im Glas rechnen.

Pockenmilbe, Apfelwickler & Co. Was tun, wenn Obstbäume krank sind?

Was gibt es Besseres, als selbst geerntetes Obst? Aber nicht immer läuft alles glatt. Plötzlich sehen die Blätter komisch aus oder das Obst ist angestochen. Doch was ist dann zu tun?

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

Antarktis

17.000 Kilometer lange Reise Antarktis: Forscher feiern mit Wein aus Rheinland-Pfalz

Das Forschungsteam der Neumayer-Station hat gestern das traditionelle Mittwinterfest in der Antarktis gefeiert. Mit dabei: Weine aus Rheinhessen und der Pfalz. 

Der Abend SWR1 Rheinland-Pfalz

Region Neckar-Alb

Regen ist besser als Hitze und Trockenheit Schon Schluss mit Erdbeeren? Nein! Auf der Alb beginnt erst die Ernte

In vielen Orten in Baden-Württemberg wurde schon das Ende der Erdbeersaison eingeläutet. In der Region Neckar-Alb und im Schwarzwald noch nicht. Wie sind die Erdbeeren nach dem vielen Regen?

SWR4 am Nachmittag SWR4