Rettungskräfte laufen zu verunglücktem Flugzeug (Foto: SWR)

"Operation Varsity"

Air Base Ramstein trainiert für den Notfall: Übung "sehr gut gelaufen"

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Christoph Heck
Bild von Christoph Heck, Redakteur im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)
Susanne Kimmel
Bild von Susanne Kimmel, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)

Auf der Air Base in Ramstein hat eine mehrtägige Militärübung begonnen. Die Truppen trainieren dabei verschiedene Notfälle, bei denen es auch laut werden kann.

Es ist ein Schreckensszenario, das zu Beginn der Großübung nachgestellt wird: Auf der Air Base in Ramstein hat ein Flugzeug eine Notlandung hingelegt. Für das US-Militär geht es nun darum, Verletzte zu bergen. In diesem Fall handelt es sich um Schauspieler und sogenannte Dummies. Die Puppen werden per Computer gesteuert, haben damit beispielsweise "Puls" und reagieren täuschend echt auf Wiederbelebungsmaßnahmen.

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Air Base zieht positive Bilanz nach erstem Trainingstag

Nach etwa vier Stunden war der erste Tag der Übung beendet. Ein Beobachter bescheinigte den Einsatzkräften, dass alles sehr gut gelaufen sei und die Kollegen gut und schnell reagiert hätten. Dabei stand die Geschwindigkeit zunächst nicht im Mittelpunkt der Übung. Für Außenstehende wirkte es zunächst ungewohnt, dass sich die Retter dem Flugzeugwrack nur langsam näherten. "Das läuft etwas anders ab als im Film, wo immer gleich alle hinrennen", erklärt der Fachmann. Bei solch einem Einsatz müssten die Kolleginnen und Kollegen auch genau analysieren, ob sie sich nicht selbst in Gefahr begeben.

Echter Notfall während der Übung

Während der Rettungsübung kam es nach Angaben der Air Base zu einem echten medizinischen Notfall auf dem Gelände des Flughafens. Ein älterer Mann, der aus der Region stammt und auf der Air Base arbeitet, wurde bewusstlos aufgefunden. Er wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus geflogen. Mehr konnte die Air Base zu dem Vorfall nicht sagen.

Notfallübung auf der Air Base Ramstein (Foto: SWR)
Das US-Militär übt an sogenannten Dummies die Notfallversorgung. Die Puppen werden über Computer gesteuert. Bild in Detailansicht öffnen
Am ersten Tag der Großübung sind die US-Streitkräfte bei der simulierten Bruchlandung eines Flugzeugs gefordert. Es geht darum, Verletzte zu bergen. Bild in Detailansicht öffnen
Eines von mehreren Szenarien, die auf der Air Base nachgestellt werden: Ein Flugzeug ist bei einer Notlandung schwer beschädigt worden. Bild in Detailansicht öffnen
Der Rettungseinsatz kam für das US-Militär überraschend. Im Vorfeld war nur klar, dass eine Übung auf der Air Base stattfindet. Wann genau und was trainiert wird, dagegen nicht. Bild in Detailansicht öffnen
Bei den regelmäßigen Übungen auf der Air Base geht es darum, das US-Militär auf dem neuesten Stand zu halten. Mit dem Krieg in der Ukraine hat die Trainingsoperation nichts zu tun. Bild in Detailansicht öffnen

Einsatzfähigkeit des US-Miliärs auf dem Prüfstand

Insgesamt geht es bei der Militärübung darum, die Einsatzfähigkeit und die Bereitschaft des Personals auf der Air Base Ramstein für den Krisenfall zu prüfen und auf dem neuesten Stand zu halten. So erklärt es ein Sprecher des 86. Lufttransportgeschwaders, das auf der Air Base stationiert ist. Die Übung findet seit 2018 alle drei Monate statt.

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Air Base Ramstein lässt verschiedene Notfälle trainieren

Jedes Mal werden unterschiedliche Situationen simuliert. Auch die Krisenplanung, Frachtbewegungen oder andere Notfalleinsätze gehören zu den möglichen Szenarien. Was genau geübt wird, wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Air Base vorher natürlich nicht. Auch auf die Bruchlandung eines Flugzeugs mit verletzten Menschen mussten sie am Dienstag kurzfristig reagieren.

Anwohner könnten Sirenen und andere Geräusche hören

Wer im Umfeld der Air Base in Ramstein-Miesenbach wohnt, könnte auch etwas von der Militärübung mitbekommen. Der Sprecher vermutet, dass an den Toren der Air Base und bei den Kasernen der US-Army in Kaiserslautern zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. In der Nähe der Air Base seien außerdem Sirenen, Lautsprecherdurchsagen oder andere laute Geräusche zu hören.

Kein Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine

Wie die Verantwortlichen des 86. Lufttransportgeschwaders mitteilen, besteht kein Zusammenhang zwischen der Übung und dem Krieg in der Ukraine. Die Militärübung sei auch keine Reaktion auf den laufenden Einsatz der NATO in Osteuropa. Die Übung startete am Dienstagmittag und dauert bis Donnerstag.

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