Nach dem Polizistenmord von Kusel liegen am Tatort Blumen und Kerzen am Straßenrand. (Foto: SWR)

Landgericht Kaiserslautern verhandelt ab 21. Juni

Prozess um mutmaßliche Polizistenmorde von Kusel terminiert

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Die Tat hat ganz Deutschland geschockt. Ende Januar wurden zwei Polizisten bei Kusel erschossen. Ab dem 21. Juni muss sich der mutmaßliche Täter dafür vor Gericht verantworten.

Der mutmaßliche Todesschütze Andreas S. wird von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wegen "versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie zwei weiterer vollendeter Morde" angeklagt. Außerdem wird ihm Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Für den Prozess sind nach Angaben des Landgerichts in der Zeit bis zum 9. September 14 Termine vorgesehen.

Andreas S. soll am frühen Morgen des 31. Januar 2022 Oberkommissar Alexander K. (29) und die Polizeianwärterin Yasmin B. (24) bei einer Verkehrskontrolle kaltblütig erschossen haben.

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Mit Schrotflinte und Jagdgewehr auf Polizisten geschossen

Die Tat soll sich nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wie folgt abgespielt haben: Der 39-jährige Andreas S. und sein Komplize sollen in großem Stil Jagdwilderei betrieben haben. Da auf der Ladefläche ihres Fahrzeugs auffällig viele Tierkadaver lagen, wurden die beiden Polizisten auf sie aufmerksam und wollten sie kontrollieren. Andreas S. soll im Laufe der Kontrolle unvermittelt das Feuer eröffnet haben.

Den ersten Schuss soll er mit einer Schrotflinte aus kurzer Distanz auf die Polizeianwärterin abgegeben haben. Diese sei dann bewusstlos zu Boden gestürzt. Da er geglaubt habe, sie sei tot, feuerte er den nächsten Schuss mit der Schrotflinte auf den Polizisten Alexander K. ab.

Polizist mit Jagdgewehr in den Kopf geschossen

Er traf den Polizisten am Gesäß. Alexander K. soll ebenfalls mit seiner Dienstpistole auf den Angreifer geschossen, ihn aber nicht getroffen haben. Dann habe Andreas S. zu einem Jagdgewehr gegriffen und dreimal geschossen. Der letzte Schuss traf ihn tödlich am Kopf.

Im Anschluss soll Andreas S. die Notizen der Polizeianwärterin durchsucht und dabei bemerkt haben, dass sie noch am Leben war. Er gab daraufhin einen weiteren Schuss mit der Schrotflinte ab - auf ihren Kopf.

Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt auch gegen Ehefrau

Bei der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern läuft außerdem noch ein Ermittlungsverfahren gegen die Ehefrau des mutmaßlichen Täters, wegen fahrlässiger Tötung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Frau soll die beiden Waffen, mit denen die tödlichen Schüsse abgegeben wurden, im Saarland gekauft haben. Laut Staatsanwaltschaft hat sie die Waffen legal besessen. Die Behörde ermittelt jetzt, wie ihr Ehemann in den Besitz der Waffen kam.

Flucht ins Saarland - Festnahme in Sulzbach

Nach der grausamen Tat flohen Andreas S. und sein mutmaßlicher Komplize. Beide wurden später, nach einer großangelegten Fahndungsaktion im saarländischen Sulzbach, von einer Spezialeinheit der Polizei widerstandslos festgenommen.

Gegen den mutmaßlichen Komplizen, der zwar bei den tödlichen Schüssen dabei gewesen, aber selbst nicht geschossen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern Anklage wegen Jagdwilderei in der Tatnacht und versuchte Strafvereitelung erhoben. In anderen Fällen von Jagdwilderei ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken.

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