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Die Pandemie macht Kriminelle offenbar erfinderisch: Immer wieder berichtet die Polizei in der Westpfalz von Fällen, in denen Betrüger versuchen, die Unsicherheit der Menschen auszunutzen.

Erst am Dienstag hatten Unbekannte versucht, mit einem Schockanruf an das Geld eines Ehepaares aus Kaiserslautern zu kommen. Wie die Polizei mitteilt, hatte sich ein Mann gemeldet, der sich als ihr Sohn ausgab - er liege wegen einer Corona-Infektion auf der Intensivstation eines Krankenhauses und bräuchte dringend Geld für ein teures, neues Medikament. Die Geldübergabe an eine Botin platze jedoch, weil das Ehepaar den Personalausweis der Frau sehen wollte.

Falsche Corona-Tester im Kreis Kaiserslautern

Einige Tage zuvor hatten sich Betrüger in der Region als Corona-Tester ausgegeben: So hatten nach Polizeiangaben in Otterbach im Kreis Kaiserslautern zwei Frauen bei einer 84-Jährigen geklingelt und angeboten, einen Test durchzuführen. Während eine Frau der Seniorin offenbar ein Wattestäbchen in Mund geschoben hat, hat die andere die Wohnung der 84-Jährigen durchsucht. Laut Polizei wurde aber nichts gestohlen.

Ein Wattestäbchen für einen Coronatest wird gehalten von einer Hand, in blauem Handschuh. (Foto: dpa Bildfunk, Karl-Josef Hildenbrand)
Unbekannte haben im Kreis Kaiserslautern einen Corona-Test an der Haustür angeboten. Karl-Josef Hildenbrand

Corona-Betrüger auch im Donnersbergkreis unterwegs

Schon im November hatten ein Mann und eine Frau in Winnweiler im Donnersbergkreis bei der Besitzerin eines Nagelstudios geklingelt und dort für 219 Euro einen "Gesundheitscheck" angeboten. Sollte die Frau Corona-negativ sein, dürfe sie ihr Nagelstudio am nächsten Tag wieder öffnen. Die Besitzerin ist darauf aber nicht hereingefallen - sie hat beide aus dem Laden geworfen und die Polizei gerufen.

Viele Betrugsversuche mit Schutzmasken

Schon öfter haben Betrüger über sogenannte "Fakeshops" im Internet Schutzmasken angeboten. In einem Fall hatte ein Mann aus Kaiserslautern beispielsweise zu Beginn der Pandemie zu überteuerten Preisen Schutzausrüstung bestellt, die er nie bekommen hat. Ein anderer hat nach Angaben der Polizei über ein Kleinanzeigenportal Masken bestellt, auf die er heute noch wartet.

Etwa 800.000 gefälschte Masken sind an die Länder veteilt worden (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolbild))
Schutzmasken sind in der Pandemie heiß begehrt - sie werden im Internet oft überteuert angeboten oder gar nicht erst geliefert, warnt die Polizei in Kaiserslautern. picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolbild)

Polizei Kaiserslautern rät zu Vorsicht

Die Polizei rät, aufmerksam zu sein. Es sei oft verdächtig, wenn etwas im Internet zu billig oder aber viel zu teuer sei. Kunden sollten zunächst den Anbieter prüfen. Vorsicht sei auch bei Telefonanrufen geboten - nie sollte Geld an fremde Personen übergeben oder überwiesen werden.

Im Falle der falschen Corona-Tester weist die Polizei darauf hin, dass Tests immer in einem Testzentrum oder beim Arzt stattfinden. So verhalte es sich auch bei den jetzt anstehenden Impfungen: Mobile Impfteams fahren demnach nicht zu Privatpersonen. Auf keinen Fall sollten Unbekannte ins Haus gelassen werden. Vor allem sollte direkt die Polizei verständigt werden.

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