Mareike Schneider (Foto: SWR)

26-Jährige unterstützte das Pirmasenser Impfzentrum

Von der Sanitäterin zur Ärztin

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Neun Monate hat Mareike Schneider im Impfzentrum in Pirmasens gearbeitet. Sie hat dort aber nicht nur einen Job gemacht, sondern gleich mehrere. Am Ende war sie sogar als Ärztin tätig.

Alles beginnt im Januar dieses Jahres. Die Studentin fängt im Impfzentrum als Sanitäterin an. Auf die Idee bringt sie ihr Vater, Karl-Heinz Schneider. Er ist der leitende Arzt im Pirmasenser Impfzentrum. Mutter Claudia arbeitet dort ebenfalls als Ärztin.

In jeder freien Minuten wird gebüffelt

Wenn Mareike Schneider mal nicht gerade Blutdruck misst, wird im Sanitätsraum für das Examen gelernt.

Mareike Schneider (Foto: SWR)

"Die allermeisten Menschen haben die Impfung zum Glück sehr gut überstanden, deshalb war hier im Sanitätsraum häufig nicht viel los. Ich hab die Zeit genutzt, um mich auf mein Staatsexamen vorzubereiten."

Das 2. Staatsexamen hat die 26-Jährige übrigens mittlerweile in der Tasche.

Vom Blutdruckmessgerät zur Nadel

Wer im Impfzentrum in Pirmasens gegen das Coronavirus geimpft wurde, ist möglicherweise Mareike Schneider begegnet. Denn nach ihrer Zeit als Sanitäterin arbeitet sie als Impfassistentin: "Das hat mir immer super viel Spaß gemacht. Gerade die älteren Menschen waren sehr dankbar und man ist mit den Leuten ins Gespräch gekommen".

Mareike Schneider (Foto: SWR)
Gleich pikst es: Mareike Schneider im Gespräch mit einem jungen Impfling.

"Haben Sie das auswendig gelernt?"

Im Mai bekommt die Medizinstudentin ihre ärztliche Approbation. Ab jetzt darf sie als Ärztin im Impfzentrum arbeiten. Heißt: Nun werden Aufklärungsgspräche mit Impflingen geführt. Die ersten hat sie noch mitgezählt, doch irgendwann wurden sie zur täglichen Routine. Der ein oder andere Impfling hat das gemerkt: "Ich habe mal am Ende eines Gesprächs einen Impfling gefragt, ob er noch Fragen hat: Er hat mich dann nur gefragt, wie lange ich gebraucht habe, um das alles auswendig zu lernen". Kein Wunder, denn an einem guten Tag führt Mareike Schneider weit mehr als 100 Aufklärungsgespräche.

Mareike Schneider (Foto: SWR)
Als Ärztin klärt Mareike Schneider Impflinge vor der Impfung auf.

Nach neun Monaten ist Schluss

Mit der Schließung des Impfzentrums in Pirmasens endet dort auch die Zeit für die junge Frau. Und wie das so ist mit Abschieden: Ein bisschen weh tut es halt immer: "Es ist ein komisches Gefühl, wir sind als Team zusammengewachsen und es herrscht hier ein toller Zusammenhalt. Auch wenn man sich freut, dass jetzt etwas Neues kommt, ich sehe das mit einem lachenden und weinenden Auge." Die 26-Jährige schreibt gerade ihre Doktor-Arbeit fertig, währenddessen arbeitet sie in der Arztpraxis ihrer Mutter. Danach möchte sie ihre Facharzt-Ausbildung in Stuttgart anfangen.

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