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In Pirmasens ist der Corona-Inzidenzwert am Freitag auf 154,1 gestiegen. Wie die Stadt mitteilt, könnten ab heute schärfere Regeln gelten.

Zahlreiche neue Corona-Fälle haben Pirmasens im landesweiten Vergleich an den Spitzenplatz katapultiert. Mit einem Inzidenzwert von mehr als 154 liegt die Stadt vor Altenkirchen (139,7) und Frankenthal (139,5). Die Stadt Pirmasens geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass die Zahlen übers Wochenende unter die kritische Marke sinken werden. Deshalb verhandele man momentan mit dem Land über eine Allgemeinverfügung. Sollte das Land zustimmen, gelten in Pirmasens ab heute schärfere Corona-Regeln.

Pirmasenser OB will Kontakte reduzieren

Die Stadt hat am Freitag mitgeteilt, dass die Zahl der Kontakte wieder reduziert werden soll. Nach Angaben von Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) könnten Treffen im öffentlichen Raum erneut auf den eigenen Haushalt sowie einer weiteren Person beschränkt werden. Dienstleistungen, in denen das Tragen einer Maske nicht möglich ist, wie beispielsweise bei der Bart-Rasur, sollen untersagt werden. Über den Präsenzunterricht in den Schulen wollen Stadt und Aufsichtsbehörde erst heute beraten. Es sei nicht auszuschließen, dass Schulschließungen erforderlich werden könnten.

Das Rathaus auf dem Exerzierplatz in Pirmasens. (Foto: SWR)
Das Rathaus auf dem Exerzierplatz in Pirmasens.

Neue Corona-Infektionen auf Kitas zurückzuführen

Viele Corona-Neuinfektionen in Pirmasens sind nach Angaben von Oberbürgermeister Zwick auf einen Ausbruch innerhalb einer einzigen Kindertagesstätte zurückzuführen. Die Einrichtung sei geschlossen worden. Wie in Pirmasens gilt auch im Kreis Südwestpfalz momentan Corona-Warnstufe Rot. Wie der Kreis mitteilt, sind die hohen Zahlen auf Virus-Mutationen zurückzuführen, die in mehreren Kindertagesstätten festgestellt wurden. Die Landrätin der Südwestpfalz, Susanne Ganster (CDU), will nun mit der Landesregierung darüber sprechen, wie Kinder, Eltern und Erzieher besser geschützt werden können.

Kreis Südwestpfalz verhandelt mit Land über Corona-Regeln

Nach mehreren Gesprächen mit dem Ministerium habe der Kreis vereinbart, erst heute über weitere Corona-Maßnahmen zu entscheiden. Vorher will das zuständige Gesundheitsamt das Infektionsgeschehen über das Wochenende beobachten. Ganster teile aber die Kritik vieler ihrer Kollegen an der Umsetzung der Corona-Maßnahmen: "Die Landesregierung öffnet, aber die Landräte und Oberbürgermeister sollen nach dem Willen des Landes für die Schließungen wenige Tage später zuständig sein".

Das Land sieht ab einer Inzidenz von über 50 verschiedene Maßnahmen vor, um die Ausbreitung des Virus wieder einzudämmen. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, hat das Gesundheitsamt jedoch Bedenken geäußert, ob diese Schritte in Pirmasens und der Südwestpfalz zielführend seien.

"Schwarzer Peter" für Kommunen wegen Corona-Maßnahmen

"Geschäfte, die gerade erst wieder öffnen konnten, sollen nach der Muster-Allgemeinverfügung des Landes wieder schließen oder nur mit Terminvergabe öffnen dürfen", erklärt Landrätin Ganster. "Das halte ich für nicht vertretbar, denn die Geschäftsinhaber haben sich mit großem Aufwand in Sachen Hygiene und Sicherheit auf die Öffnung vorbereitet." Sie habe auch kein Verständnis dafür, dass Restaurants schließen mussten, obwohl dort kein erhöhtes Infektionsgeschehen nachzuweisen war.

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