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Schwerer Rückschlag für die Pläne von Rodalben und Pirmasens, ein gemeinsames Gewerbegebiet einzurichten: Das US-Militär übernimmt das Bundeswehrgelände auf dem Grünbühl.

Plan Grünbühl (Foto: Stadtverwaltung Pirmasens)
Die Pläne für das gemeinsame Gewerbegebiet gibt es schon lange. (Archivbild) Stadtverwaltung Pirmasens

Wie die südwestpfälzische Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU) mitteilt, übernimmt die US-Luftwaffe das Gelände zum Ende des Jahres. Dort stehen ehemalige Panzerhallen - direkt angrenzend nutzen die Amerikaner ein Gelände, das nun erweitert werden soll.

US-Truppenabzug als Chance?

Damit rückt nach Angaben von Schäfer die zivile Nutzung der Militärliegenschaften in weite Ferne. Die Pläne für ein gemeinsames Gewerbegebiet auf der Husterhöhe in Pirmasens und dem Grünbühl in Rodalben gibt es bereits seit Jahren. Schäfer versprach, sich weiter für eine Freigabe des Geländes stark zu machen. "Unter Umständen bieten die angekündigten Umstrukturierungen der deutschen US-Militärstandorte die Möglichkeit, hier Bewegung in die richtige Richtung zu erreichen", sagte Schäfer.

Denzer kritisiert Schäfer

Der Verbandsbürgermeister von Rodalben, Wolfgang Denzer (SPD), sagte, er wolle die neue Lage erst einmal prüfen. Sollte die US-Luftwaffe das Gelände wirklich nutzen, käme ein Gewerbegebiet nicht mehr in Frage. "Gerade für eine mögliche Ansiedlung von Gewerbebetrieben gibt es für Rodalben keine Alternative", sagte Denzer. Außerdem kritisierte er Schäfer scharf: Sich zurück zu lehnen und abzuwarten, reiche nicht aus. Er bedauere, dass Schäfer in dieser Frage noch nicht mit ihm gesprochen habe.

Erst vergangene Woche hatten die Hoffnungen auf eine Realisierung des Gewerbegebietes neue Nahrung bekommen. Da hatte das US-Militär angekündigt, sein Medical Center von der Husterhöhe nach Kaiserslautern zu verlegen. Kommunalpolitiker hatten gehofft, dass die Liegenschaft schnell freigegeben wird, um den Bau des Gewerbegebietes vorantreiben zu können.

Pirmasenser OB hat noch Hoffnung

Auch der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) will die neuen Pläne erst einmal prüfen. Bisher sei von der zuständigen Behörde nicht gesagt worden, wie es mit dem Gelände des Medical Centers auf der Husterhöhe weitergehe. Zwick mutmaßt, dass die Amerikaner dann dort weniger Platz brauchen. Er hofft, dass die US-Streitkräfte sich auf das Bundeswehrgelände zurückziehen. Sollte das der Fall sein, könnte zumindest ein Teil des Geländes zu Gunsten eines Gewerbegebiets freigegeben werden.

Die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) teilte mit, dass die US-Streitkräfte schon vor geraumer Zeit nachgefragt hätten, ob sie die Hallen auf dem Bundeswehrgelände nutzen können - als Lager und zur Wartung von Fahrzeugen. Nach Gesetzeslage habe in einem solchen Fall die militärische Nutzung Vorrang vor einer zivilen.

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