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Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat Anklage gegen zwei Männer erhoben, die einen Mann aus Pirmasens nach einem missglückten Autokauf entführt und gefoltert haben sollen. Sie flüchteten mit dem Auto, das ihnen der Mann nicht verkaufen wollte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die beiden Männer im Januar eine Autowerkstatt in Pirmasens aufgesucht, um dort ein Auto zu kaufen. Der 56-jährige Besitzer sei sich mit dem Duo aber nicht einig geworden, so dass der Verkauf nicht zustande kam. Daraufhin sollen die 27- und 40-jährigen Litauer den Mann auf einem Parkplatz neben der Werkstatt angegriffen und mit Pfefferspray besprüht haben. Als das Opfer auf dem Boden lag, sollen sie ihn getreten, geschlagen und ausgeraubt haben – unter anderem sollen sie ihm den Geldbeutel, Schlüssel, das Handy und einen Ring abgenommen haben.

Opfer wird in Auto geworfen und gefesselt

Danach sollen sie den 56-Jährigen auf die Rückbank des Autos geworfen haben, das sie zuvor kaufen wollten. Dann seien sie in Richtung Frankfurt geflüchtet. Einer der Angeschuldigten habe dabei neben dem gefesselten Opfer gesessen und den Mann bedroht, geschlagen und gewürgt.

Fluchtauto hat Panne und bleibt liegen

Auf der Flucht hatte der Wagen nach Angaben der Staatsanwaltschaft später allerdings eine Panne. Daraufhin sollen die Männer das Opfer unter Vorhalten einer Waffe mit dem Tode bedroht haben, falls er das Auto nicht repariert bekommt. Dem Opfer sei es allerdings nicht gelungen, das Fluchtauto wieder in Gang zu bringen.

Opfer soll Fluchtauto reparieren

Daraufhin sollen die Entführer ihn mit einem Lederriemen gewürgt und geschlagen haben. Das Opfer habe Todesangst gehabt, keine Luft bekommen und Blutergüsse erlitten. In einem unbeobachteten Moment sei es ihm gelungen, sich zu befreien und zu fliehen. Die beiden Entführer wurden mit europäischem Haftbefehl gesucht.

Täter mit europäischem Haftbefehl gesucht und festgenommen

Der 27-Jährige wurde bereits im Februar bei einer Verkehrskontrolle in Mecklenburg-Vorpommern festgenommen. Der 40-Jährige wurde in Litauen gefasst und Ende April nach Deutschland ausgeliefert. Beide Männer sitzen seither in Untersuchungshaft - mindestens bis das zuständige Landgericht Zweibrücken über die Eröffnung eines Verfahrens entschieden hat.

Die Anklage lautet auf tateinheitlich, gemeinschaftlich begangenen schweren Raub, gefährliche Körperverletzung und gemeinschaftlich begangene Freiheitsberaubung.

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