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Am Donnerstag hat sich der Bundestag für die Zustimmungslösung bei Organspenden entschieden. Eine Mehrheit der Westpfälzer Abgeordneten in Berlin votierte aber für die Widerspruchslösung.

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Bei der Widerspruchslösung wären alle Bürger automatisch Organspender gewesen, es sei denn, man hätte ausdrücklich widersprochen. Anders sieht es bei der Zustimmungslösung aus. Dabei sind Bürger nur Organspender, wenn sie zu Lebzeiten ausdrücklich dafür gestimmt haben. Der Bundestag entschied sich für eine modifizierte Zustimmungslösung, bei der die Bürger künftig bei Behörden oder beim Arzt verstärkt auf Organspenden angesprochen werden sollen.

Der Bundestagsabgeordnete Alexander Ulrich von den Linken im SWR-Sommerinterview (Foto: SWR, (Archivbild))
Alexander Ulrich: Jeder sollte selbst über seinen Körper entscheiden. (Archivbild)

Von den vier Bundestagsagenordneten aus der Westpfalz, war nur Alexander Ulrich von den Linken für die Zustimmungslösung. Er möchte lieber mit Aufklärungsarbeit und Werbemaßnahmen erreichen, dass mehr Menschen zu Organspendern werden. "Ich will nicht, dass jeder, der sich nicht äußert, weil er sich nicht mit dem Thema auseinandersetzt, (...) automatisch Spender ist", erklärt Ulrich. Jeder sollte selbst über seinen Körper entscheiden.

Anita Schäfer (Foto: SWR, (Archivbild))
Anita Schäfer: Es muss sich jeder damit auseinandersetzen und kann immer widersprechen. (Archivbild)

Anders sahen das die anderen drei Bundestagsabgeordneten aus der Westpfalz. Anita Schäfer (CDU) stimmte für die Widerspruchslösung: "Es muss sich jeder damit auseinandersetzen und er kann immer widersprechen. Und das ist doch das Gute an der Sache, er wird zu nichts gezwungen."

Gustav Herzog (Foto: SWR, (Archivbild))
Gustav Herzog: Die Erfahrung in Deutschland ist, dass die Menschen dieser Frage gerne aus dem Weg gehen. (Archivbild)

Gustav Herzog von der SPD betont, dass sich die Menschen bei der Widerspruchslösung gezwungen gewesen wären, sich irgendwann mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. "Die Erfahrung in Deutschland ist, dass die Menschen dieser Frage gerne aus dem Weg gehen."

Angelika Glöckner (Foto: Pressestelle, (Archivbild))
Angelika Glöckner: Jeder hat die Chance, aktiv nein zu sagen. Pressestelle (Archivbild)

Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner bevorzugte die Widerspruchslösung: "Jeder hat die Chance, aktiv nein zu sagen, das möchte ich nicht." Diese Lösung hätte auch die Chance eröffnet, dass mehr Organen gespendet würden, die für viele Menschen lebensnotwendig seien.

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