Glan mit Hochwasser bei Odenbach (Foto: SWR)

Hochwasser in der Westpfalz

Pegel von Glan und Co. sinken weiter

STAND

Die Pegelstände der über die Ufer getretenen Bäche und Flüsse in der Westpfalz fallen weiter.

Nach Angaben des Hochwassermeldedienstes könnten die Pegel der Bäche und Flüsse im Laufe des Tages auf unter 4 Meter fallen.

Am frühen Mittwoch Morgen lag der Pegel des Glan an der Messstelle in Odenbach im Kreis Kusel bei 4,55 Meter und damit 10 Zentimeter höher als gestern Abend. Der Pegel könnte laut Hochwassermeldedienst im Laufe des Vormittags aber auf unter vier Meter fallen. Damit würde in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein wieder Hochwasser-Alarmstufe 1 gelten. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht und bestand bislang aber nicht. Das Landesamt für Umwelt spricht von einer "mäßigen Hochwassergefährdung", die etwa alle zwei Jahre vorkommt.

Glan bei Hochwasser wie ein "alter Bekannter"

Christian Sauer, Büroleiter der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein bezeichnet den Glan als "alten Bekannten" für die Feuerwehren entlang des Flusses. Er steige nicht sprunghaft an, wie es bei der Flutkatastrophe im Ahrtal der Fall war, sondern sei im Großen und Ganzen gut beherrschbar. Grundsätzlich sind für den Hochwasserschutz der Verbandsgemeinde die Pegelstände in Eschenau, weiter glanaufwärts gelegen, und eben Odenbach maßgeblich.

Der Pegelstand am Glan in Odenbach im Landkreis Kusel. (Foto: Screenshot Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz)
Beim Hochwassermeldedienst des Landes Rheinland-Pfalz war am Nachmittag zu sehen, dass der Pegel in Odenbach maximal 4,45 Meter erreichen soll. Anschließend soll das Wasser im Glan wieder fallen. Screenshot Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz

Alarmstufe 1 bereits nachmittags erreicht

Alarmstufe 1 wird nach Angaben von Christian Sauer bei 3,70 Meter erreicht. Gegen 14 Uhr am Dienstag lag der Pegelstand in Odenbach bereits bei 3,81 Meter. Allerdings sei das noch kein Grund zur Beunruhigung, so Sauer. Einzig der Getränke-Hersteller Niehoffs in Lauterecken werde gemäß des Hochwasser-Alarmplans informiert, da das Firmengelände am tiefsten Punkt der Verbandsgemeinde direkt neben dem Glan liegt. Dadurch habe das Unternehmen die Möglichkeit, das Leergut einzulagern, um es vor dem Wasser zu schützen.

Pegel in Odenbach soll auf rund 4,60 Meter steigen

Bei 4,20 Meter wird dann Alarmstufe 2 greifen. Ab dem Zeitpunkt ist die Feuerwehr dauerhaft besetzt und in Alarmbereitschaft. Außerdem wird das Sandsackdepot vorbereitet, damit die Feuerwehr im Bedarfsfall genügend Säcke griffbereit hat.

Bevölkerung wird erst ab Alarmstufe 3 gewarnt

Erst bei einem Pegelstand von 4,65 Meter würde auch die Bevölkerung gewarnt werden. Bei einem solchen Hochwasser würden auch einige Keller entlang des Glan volllaufen, auch andere Stockwerke könnten je nach Lage nass werden. Für die Verbandsgemeinde gilt dann Alarmstufe 3. Eine Aufgabe der Feuerwehr wäre es dann auch, die Bevölkerung zu fragen, wo Hilfe benötigt wird, um sich selbst oder den Hausrat in Sicherheit zu bringen.

Hochwasser Rammelsbach 2011 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Oliver Dietze)
Im Januar 2011 war der Glan, wie hier in Rammelsbach im Kreis Kusel, über die Ufer getreten. Das durch eine Warmfront bedingte Tauwetter und starke Regenfälle führten zu dem Hochwasser. picture alliance / dpa | Oliver Dietze

Letztes Hochwasser am Glan im Januar 2011

Einige kleinere Bäche waren am Dienstag Mittag bereits über die Ufer getreten, berichtet Christian Sauer. Allerdings sagt auch er: bislang kein Grund zu Beunruhigung. Es sieht derzeit nicht so aus, als müssten sich die Menschen in der Verbandsgemeinde große Sorgen machen. Zuletzt hatte es im Januar 2011 ein starkes Hochwasser im Landkreis Kusel gegeben. Damals war der Glan in Odenbach auf 5,22 Meter gestiegen, der dritthöchste Wert seit Beginn der Messungen.

Am Dienstag mehrere Einsätze in VG Kusel-Altenglan

In der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan rückten die Feuerwehr bis zum Dienstag Abend nach Angaben eines Sprechers mehr als 20 Mal aus. Den ersten Einsatz hatte es bereits am Dienstag Morgen in Rammelsbach gegeben.

Dort war die Feuerwehr auch bis zum späten Abend noch im Einsatz. In Ruthweiler musste die Feuerwehr ihr eigenes Gerätehaus mit Sandsäcken sichern. Dort drohte Wasser einzudringen.

Feuerwehr hilft bei Evakuierung von Kühen

In Bosenbach schützten Feuerwehrleute ein Haus vor einem Hangrutsch, in dem das Wasser mit Sandsäcken umgeleitet wurde. In Niederstaufenbach half die Feuerwehr einem Landwirt, seine Kühe von einem Feld zu evakuieren. Das Feld war mit Wasser vollgelaufen. Zudem liefen einige Keller voll und Straßen wurden überflutet.

Damm droht überzulaufen: Feuerwehr pumpt Wasser ab

Die Landesstraße zwischen Kollweiler und Reichenbach-Steegen (Landkreis Kaiserslautern) musste am Vormittag gesperrt werden, weil sie teilweise von Wasser überflutet war. Zudem gab es einen Feuerwehreinsatz am Weiher in Kollweiler. Der Damm des Weihers drohte überzulaufen, weswegen Feuerwehr und THW das Wasser dort abpumpten. Nach Angaben des Einsatzleiters war die Situation jedoch unter Kontrolle und es bestand keine Gefahr für die Anwohner. Insgesamt, sagt Benjamin Martin von der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, nehmen Einsätze wegen Hochwassers in den vergangenen Jahren immer weiter zu.

Lage im Donnersbergkreis eher unkritisch

Wegen des Dauerregens der vergangenen Tage war auch die Feuerwehr im Donnersbergkreis in Alarmbereitschaft. Matthias Groß von der Feuerwehr in Kirchheimbolanden teilte mit, man habe vor allem die Orte Marnheim, Dreisen, Albisheim, Oberwiesen und Bolanden im Blick. Wenn es den Abend und die Nacht hindurch weiterregne, könne es sein, dass hier noch einige Keller volliefen.

Gesperrte Straße bei Göllheim

Nach Angaben der Verbandsgemeinde Göllheim war die B 47 zwischen Göllheim und Eisenberg am Dienstag zwischenzeitlich nicht befahrbar, weil Wasser auf der Straße stand. Im weiteren Verlauf der B47 kam zwischen Marnheim und Dreisen ein Autofahrer nach Polizeiangaben wegen Aquaplaning von der Fahrbahn ab. Er blieb unverletzt.

Im Nordpfälzer Land alle Pegel unter kritischer Marke

In der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land ist die Lage nach Angaben eines Sprechers ruhig. Ein Sprecher der Feuerwehr Rockenhausen sagte, man sei mehrmals die sogenannten kritischen Orte wie Waldgrehweiler oder Finkenbach angefahren. Dort sei die Lage unter Kontrolle und das Wasser unterhalb der kritischen Pegel. Alle halbe Stunde werde die Lage erneut kontrolliert und bewertet.

Eisenberg

Bürger wirken an Hochwasserschutzkonzept mit Wie kann sich Eisenberg besser vor Überflutungen schützen?

Überflutete Wohnungen, Keller und Garagen sind in Eisenberg im Donnersbergkreis keine Seltenheit. Die Stadt möchte dagegen vorgehen und die Bürgerinnen und Bürger wollen helfen.  mehr...

Kaiserslautern

Verarbeitung nach der Flut-Katastrophe Therapeutin: "Belastende Gedanken werden bleiben"

Wenn Helfer aus den vom Hochwasser verwüsteten Gebieten zurückkehren, bringen sie schlimme Bilder und Eindrücke mit. Therapeutin Sibille Jatzko hilft ihnen, diese zu verarbeiten.  mehr...

Kaiserslautern

Flut-Katastrophe Rheinland-Pfalz Stadtentwässerung Kaiserslautern: So bereitet man sich auf Hochwasser vor

Angesichts der schrecklichen Bilder aus dem Norden des Landes fragen sich viele Menschen gerade: Wie kann ich mich vor Hochwasser schützen? Ein Entwässerungs-Experte aus Kaiserslautern erklärt, was Hausbesitzer tun können.  mehr...

STAND
AUTOR/IN