Trotz Verbots und mehrfacher Ermahnung zündelten einige sogenannte Anhänger des 1. FC Saarbrücken Pyrotechnik im Fritz-Walter-Stadion. (Foto: Imago/Werner Schmitt)

Rauchbomben, Pyrotechnik und Böller

Staatsanwaltschaft und Polizei Kaiserslautern ermitteln nach Saar-Pfalz-Derby

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Der Derby-Sieg des 1. FC Kaiserslautern über den 1. FC Saarbrücken wird vielen Fans der Roten Teufel wohl auf ewig in Erinnerung bleiben. Für einige Chaoten hat das Ganze aber ein Nachspiel.

Rote Teufel, die sich in den Armen liegen und ausgelassen feiern - sowohl auf als auch neben dem Platz auf der Tribüne. Die schönen Bilder des so wichtigen Derby-Sieges des 1. FC Kaiserslautern über den 1. FC Saarbrücken bleiben vielen FCK-Fans wohl für immer im Gedächtnis. Leider bleiben auch die Bilder, die einige Chaoten auf den Tribünen während des Spiels geliefert haben.

Vor allem aus dem Gästeblock, dort wo die Fans des 1. FC Saarbrücken das auch für sie so wichtige Spiel gegen den FCK verfolgten, flogen kurz vor und während des Spiels Raketen auf das Spielfeld. Außerdem wurden Böller und Pyrotechnik gezündet.

ImagoKirchner-Media (Foto: Mehrmals landeten Raketen auf dem Spielfeld des Fritz-Walter-Stadions. Aber auch solche Rauchfackeln wurden an das Tor von FCK-Keeper Matheo Raab geworfen.)
Mehrmals landeten Raketen auf dem Spielfeld des Fritz-Walter-Stadions. Aber auch solche Rauchfackeln wurden an das Tor von FCK-Keeper Matheo Raab geworfen. Mehrmals landeten Raketen auf dem Spielfeld des Fritz-Walter-Stadions. Aber auch solche Rauchfackeln wurden an das Tor von FCK-Keeper Matheo Raab geworfen.

Auch "Fans" des 1. FC Kaiserslautern zündeln

Obwohl die Polizei im Vorfeld angekündigt hatte, solche Vergehen konsequent zu ahnden und obwohl Stadionsprecher Horst Schömbs mehrmals darauf hinwies, das Zünden von Pyrotechnik zu unterlassen, fühlten sich einige sogenannte Anhänger aus Saarbrücken wohl erst recht dazu genötigt, es im wahrsten Sinne des Wortes krachen zu lassen.

Die Polizei hat ihre Ankündigung nun wahr gemacht und die Ermittlungen aufgenommen. Auch die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ist eingeschaltet. Ermittelt wird aber nicht nur gegen Chaoten aus dem Gästeblock, sondern auch aus Reihen der sogenannten Fans des 1. FC Kaiserslautern. Denn fernab der Fernsehbilder sollen auch aus dem Fanlager des FCK Rauchbomben, Böller und Pyrotechnik gezündet worden sein.

36 Ermittlungsverfahren gegen Fans beider Lager

Insgesamt ermittelt die Polizei in 36 Fällen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz - gegen Fans beider Lager. Dabei geht es nicht nur um Vorkommnisse im Stadion - auch auf dem Marsch von rund 3.000 FCK-Fans zum Stadion soll Pyrotechnik gezündet worden sein. Von 20 Personen konnte bereits die Identität festgestellt werden.

Beim Fan-Marsch der Fans des 1. FC Kaiserslautern wurde ebenfalls Pyrotechnik gezündet. Die Polizei hat einige Verantwortliche bereits ermittelt. (Foto: Imago/Jan Huebner)
Beim Fan-Marsch der Fans des 1. FC Kaiserslautern wurde ebenfalls Pyrotechnik gezündet. Die Polizei hat einige Verantwortliche bereits ermittelt. Imago/Jan Huebner

Gegen einen Fan aus dem Gästeblock wird zudem wegen Körperverletzung ermittelt. Um was es dabei genau ging, wollte die Polizei noch nicht sagen. Außerdem wurden von der Polizei rund 80 sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt - 25 bei Fans des FCK, 54 bei Fans aus Saarbrücken. Dabei handelt es sich um Fans, die der Polizei negativ aufgefallen waren und darauf hingewiesen wurden, dass sie bei einem weiteren Vorfall mit Konsequenzen zu rechnen haben. Sieben Störer aus den Reihen der FCK-Fans mussten sich wieder nach Hause begeben.

Polizei erstmals auch im Internet im Einsatz

Erstmals kamen bei diesem Derby auch Polizisten zum Einsatz, die in den sozialen Medien Hinweise auf mögliche Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten gesucht haben. Also zum Beispiel Videos, auf denen zu sehen ist, wie Pyrotechnik gezündet wird. Nach Auskunft der Polizei lieferten diese Beamten 15 Hinweise für weitere Ermittlungen. Eine endgültige Bewertung dieses Pilotprojektes soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Darüber hinaus blieb es rund um das Saar-Pfalz-Derby aber ruhig. Die Polizei in Kaiserslautern zog eine insgesamt positive Bilanz.

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SWR