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Seit Wochen demonstrieren Motorradfahrer gegen mögliche Fahrverbote. Dafür macht sich der Bundesrat stark, weil einige Motorräder zu laut sind. Auch in der Westpfalz wird das Thema heiß diskutiert.

Die Westpfalz ist ein Eldorado für Motorradfahrer - zum Beispiel die B48. Hier gibt es enge Kurven, lange Geraden - und wenn es besonders gut läuft, wenig Verkehr. Deswegen fahren viele Motorradfahrer aus der Region vor allem am Wochenende gerne auf der Bundesstraße im Bereich Johanniskreuz.

Die Anwohner sind schon seit Jahren vom Lärm genervt. Dabei würden sich die meisten Biker an die gesetzlichen Vorschriften halten, sagt Ralf Weismann von der Polizei in Waldfischbach-Burgalben.

"Einige schwarze Schafe bringen die ganzen Motorradfahrer in Verruf."

Ralf Weismann von der Polizei in Waldfischbach-Burgalben

Diese würden ihre ihre Motorräder so umbauen, dass sie dann wesentlich lauter seien als gesetzlich erlaubt. Die Frage sei, ob man wegen dieser schwarzen Schafe alle Motorradfahrer bestrafen müsse.

Motorräder sind leicht zu frisieren

Der Polizist fährt selbst Motorrad - er weiß also, wie sensibel das Thema ist. Strecken zu sperren würde das Problem nur verlagern, sagt er. Und auch Sonn- und Feiertags-Fahrverbote sind in seinen Augen der falsche Ansatz.

Weismann hat kein Verständnis dafür, dass einige Motorradfahrer ihre Maschine frisieren: "Die Hersteller der Auspuffanlagen machen es den Fahrern recht leicht. Die sogenannten db-Killer sind oft mit einer Schraube zu lösen und schon dröhnt die Maschine."

Probleme beim Zulassungsverfahren

Doch auch einige Motorräder, die nicht umgebaut würden, seien zu laut, sagt der Polizist. Daran sei das Zulassungsverfahren Schuld. Dort wird die Lautstärke der Motorräder nur in einem bestimmten Drehzahlbereich gemessen. Außerhalb dieses Bereiches können die Maschinen trotzdem einen hohen Lärmpegel haben - und zwar legal.

Das kritisiert auch Andreas Badinger. Er ist Vorsitzender der Motorradfreunde Münchweiler im Kreis Südwestpfalz. Fahrverbote sind für ihn aber auch keine Lösung: "So etwas ist für uns als Freizeitfahrer nicht vorstellbar. Ich denke, dass dann der größte Teil unserer Mitglieder ihr Motorrad nicht mehr nutzen kann. Die sind unter der Woche berufstätig und fahren am Wochenende dann Motorrad."

Strafen für zu laute Motorräder?

Andreas Badinger könnte gut damit leben, wenn neue Motorräder noch leiser werden. Und wer sich nicht daran hält, muss bestraft werden, sagt er.

"Klare Regeln, klare Grenzwerte und klare Strafen."

Andreas Badinger, Vorsitzender der Motorradfreunde Münchweiler

Das sei ähnlich wie beim zu schnellen Fahren, sagt der Motorradfan weiter. "Fahr ich zu schnell, habe ich mein Bußgeld zu zahlen. Und hier hieße es dann: Bin ich zu laut, habe ich mein Bußgeld zahlen."

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